Bolivien |

Bischöfe reagieren auf Kritik wegen Kirchendiebstählen

Boliviens Bischöfe haben sich gegen Vorwürfe verwahrt, für eine Diebstahlserie in Kirchen mitverantwortlich zu sein. Entsprechende Behauptungen von Präsident Evo Morales entbehrten jeder Grundlage, beschädigten das Ansehen der Kirche und dienten nicht der Aufklärung, erklärte die nationale Bischofskonferenz am Freitag. Umgekehrt verlangten die Kirchenleiter von der Regierung, gegen die "Spirale öffentlicher Unsicherheit und Kriminalität" in Bolivien vorzugehen.

Nach dem Diebstahl von 18 Schmuckstücken in der Wallfahrtskirche der Jungfrau von Copacabana waren am 25. April zwei katholische Geistliche und ein weiterer Verdächtiger festgenommen worden. Wenige Tage zuvor kam in Potosi ein weiterer Geistlicher wegen Diebstahlverdachts in Polizeigewahrsam. Es handelte sich um den Bruder des Bischofs der Diözese Potosi. In den vergangenen zwei Jahren wurden nach bolivianischen Medien insgesamt 16 Kirchen in La Paz und Potosi Ziel von Dieben.

Boliviens Präsident Morales hatte die Kirchenleitung einer Mitschuld an den Straftaten beschuldigt. Die Verantwortlichen in Copacabana hätten es wissentlich unterlassen, eine Alarmanlage in Betrieb zu nehmen. Die Bischöfe müssten die Schuldigen hart bestrafen, damit die Kirche nicht an Ansehen verliere, sagte Morales nach einem Bericht der Tageszeitung "El Deber".

Die Madonna von Copacabana ist ein Werk des indigenen Künstlers Francisco Yupanqui. Seit dem 16. Jahrhundert zählt das Heiligtum zu den beliebtesten Pilgerstätten Boliviens. Jeweils am 5. August wird die Schutzpatronin des Titicacasees in einer farbenprächtigen Prozession durch die Stadt getragen. An dem Ereignis nehmen jedes Jahr Tausende Pilger teil.

Quelle: KNA