Bolivien |

Bischöfe mit harscher Kritik, aber auch Lob für Morales-Regierung

Die Bolivianische Bischofskonferenz hat zum Abschluss ihrer Generalversammlung eine kritische Bilanz der politischen und gesellschaftlichen Situation in dem südamerikanischen Land gezogen. Besorgt zeigten sich die Bischöfe über die anhaltende Gewalt und die Auswirkungen des Drogenhandels auf die Gesellschaft. Bolivien ist neben Peru und Kolumbien einer der größten Kokaproduzenten Lateinamerikas. Der Anbau von Koka-Pflanzen ist aus kulturellen Gründen teilweise legal. Zudem kritisierten die Bischöfe die Justiz des Landes, die in vielen Fällen nicht bemüht sei, die Wahrheit herauszufinden, sondern Personen zu zerstören versuche. Sorge bereitet den Bischöfen auch die vorgesehene Streichung des Faches Religion aus dem Lehrplan der Schulen. Dies sei nicht mit der Religionsfreiheit vereinbar und ziele auf die Durchsetzung einer “totalitären Ideologie”.

Dagegen lobten die Bischöfe die Verbesserung der sozialen Situation in Bolivien. Der Generalsekretär der Bischofskonferenz, Bischof Eugenio Scarpellini, strich die Anzeichen für eine Verbesserung der Lebensverhältnisse der Bevölkerung heraus. Die staatlichen Gutscheine würden die unteren Gesellschaftsschichten entlasten, erklärte der Oberhirte von El Alto. (TK)