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Bischöfe kritisieren Entscheidung zur Homo-Ehe

Brasiliens Bischofskonferenz hat die Entscheidung des Nationalen Justizrates zur Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Zivilehen kritisiert. Laut Medienberichten sprechen die Bischöfe der Judikative die Kompetenz über eine derartige Entscheidung ab. Diese könne lediglich durch die vom Volk legitimierte Instanz, also das Parlament, in Form eines Gesetzes getroffen werden.

Der Justizrat hatte in dieser Woche die Notariate des Landes angewiesen, den Bund von in "stabilen familiären Partnerschaften" lebenden gleichgeschlechtlichen Paaren auf Wunsch als Zivilehe zu registrieren. Damit soll eine Entscheidung des Obersten Gerichts aus dem Jahr 2011 umgesetzt werden, die die rechtliche Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften vorsieht. Unter Berufung auf eine fehlende gesetzliche Regelung hatten sich viele Notariate bisher jedoch geweigert, die Registrierung vorzunehmen.

Die Bischöfe betonten zudem, dass die Institutionen Ehe und Familie von Natur aus dem Bund von Mann und Frau vorbehalten seien. "Der Bund von Personen des gleichen Geschlechts kann nicht einfach mit der Ehe oder der Familie gleichgesetzt werden," zitiert die Tageszeitung "Folha de S. Paulo" den Erzbischof von Sao Luis, Jose Belisario da Silva.

Quelle: KNA