Brasilien |

Bischöfe in Sorge wegen Gewalteskalation in Bahia

Am vergangenen Freitag, 8. November, wurden im Süden Bahias drei Indigene ermordet. Die regionale Bischofkonferenz für die Bundesstaaten Bahia und Sergipe kritisiert in einer Stellungnahme Brasiliens Regierung scharf. Die Bischöfe äußern in dem Dokument ihre große Sorge bezüglich des Konflikts im Süden von Bahia, der sich in den vergangenen zwei Monaten verschärft habe. Die beängstigende Zunahme der Gewalt in Buerarema, São José da Vitória, Una e Ilhéus habe dazu geführt, dass Sicherheitskräfte der Força Nacional in die Region geschickt worden seien.

Die regionale Bischofskonferenz prangert an, dass die brasilianische Regierung nicht ihrer verfassungsgemäßen Pflicht nachkomme, indigenes Land zu demarkieren. Die Verfassung aus dem Jahr 1988 gibt sogar vor, die Demarkierungen innerhalb von fünf Jahren abzuschließen. Doch auch 20 Jahre später warten viele indigene Völker auf die Einlösung der Zusage. Durch seine Versäumnisse trage der Staat dazu bei, dass die Gewalt eskaliere. Die Identifizierung des Gebietes der Tupinambá sei 2004 begonnen worden, 2009 habe die Indigenenbehörde FUNAI einen Bericht verabschiedet, in dem das indigene Land, verteilt auf mehrere Stücke, abgegrenzt worden sei. Dieser Bericht sei an das brasilianische Justizministerium weitergeleitet worden, das innerhalb von 30 Tagen hätte Stellung nehmen müssen. Dies sei bis zum heutigen Tag nicht geschehen. Den Schaden trügen die Betroffenen - sowohl die Tupinambá wie die Kleinbauern, die Anspruch auf das Land erhöben.

Die Bischöfe rufen zu einer friedlichen Lösung des Konflikts auf dem Wege des Dialogs auf. Die Regierung müsse endlich ihren Pflichten gemäß der Verfassung nachkommen und das Justizministerium unverzüglich handeln, damit Klarheit hinsichtlich der Landrechte herrsche. (bs)