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Bischöfe gegen Staudammprojekt in Amazonasregion

Brasilia. Brasiliens Bischöfe gehen geschlossen gegen ein großes Staudammprojekt in der Amazonasregion vor. Die Bischofskonferenz unterstütze Bischof Erwin Kräutler von Altamira-Xingu in seinem Engagement gegen den Bau, sagte der Konferenzvorsitzende Erzbischof Geraldo Lyrio Rocha am Donnerstag in Sao Paulo. Der aus österreich stammende Kräutler, der auch Präsident des kirchlichen Indianermissionsrates CIMI ist, setzt sich seit Jahren gegen das Belo-Monte-Staudammprojekt am Xingu-Fluss ein.

Ende Januar hatte Brasiliens Umweltbehörde den umstrittenen Plänen zugestimmt. Im April soll das voraussichtlich 20 Milliarden Real (umgerechnet knapp 7,8 Milliarden Euro) teure Projekt öffentlich ausgeschrieben werden.

Kräutler kritisierte jüngst, der betroffenen Bevölkerung sei das Recht auf öffentliche Anhörungen weitgehend verwehrt worden. Statt der vorgesehenen 27 Anhörungen hätten lediglich vier stattgefunden, "und selbst diese in einem autoritären Stil". Zwar habe Präsident Luiz Inacio Lula da Silva im vergangenen Jahr persönlich zugesagt, das Projekt werde nicht gegen den Willen der Menschen umgesetzt. Jetzt sei die Entscheidung der lokalen Bevölkerung jedoch "in den Hals gestopft" worden.

Der Staudamm soll der Stromerzeugung dienen und 2015 ans Netz gehen. Mit einer Leistung von 11.200 Megawatt wäre Belo Monte nach dem Itaipu-Damm das zweitgrößte Wasserkraftwerk Brasiliens. Bereits in den 1970er Jahren wurde mit der Planung des Projektes begonnen. Durch den Bau des Staudammes würden mehr als 500 Quadratkilometer Landes überflutet, etwa doppelt so viel Land wie die Gesamtfläche Frankfurts. Viele tausend Menschen, in erster Linie Indianer, müssten umgesiedelt werden.

Quelle: kna