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Bischöfe begrüßen Maduros Treffen mit dem Papst

Die venezolanischen Bischöfe haben das für Montag, 17. Juni, vorgesehene Treffen von Papst Franziskus mit Präsident Nicolas Maduro ausdrücklich begrüßt. Der sozialistische Regierungschef habe sich an die Bischöfe mit der Bitte gewandt, ein Treffen im Vatikan zu ermöglichen, zitiert das Internetportal "Informe 21" am Dienstag, 11. Juni, den Generalsekretär der Bischofskonferenz, Weihbischof Jesus Gonzalez de Zarate Salas. Weiter hieß es, ein solches Treffen entspräche den internationalen Gepflogenheiten.

Venezolanische Medien spekulieren unterdessen darüber, dass die Maduro-Regierung den zuletzt verwaisten Posten eines Vatikan-Botschafters neu besetzen könnte, um die Beziehungen zum Kirchenstaat zu verbessern. Maduro erklärte, er erwarte eine "Orientierung" von dem Treffen mit den ersten Kirchenoberhaupt aus Südamerika.

Nur zwei Tage später will Franziskus auch den oppositionellen Parlamentarier und Fraktionsvorsitzenden der "Accion Democratica", Edgar Zambrano, empfangen. Beobachter erwarten, dass sich der Papst dabei ein genaues Bild der angespannte politischen Lage in Venezuela machen möchte.

Seit den Wahlen am 14. April stehen sich Regierung und Opposition unversöhnlich gegenüber. Die Opposition wirft Wahlsieger Maduro Betrug vor. Zwar bestätigte eine Stimmenneuauszählung das Wahlergebnis, doch Hinweise der Opposition auf Manipulationen wurden vom staatlichen Wahlrat nicht überprüft. Oppositionsführer Henrique Capriles wandte sich nach eigenen Angaben in einem Brief an den Papst, um ihn im Vorfeld des Maduro-Besuches über die Lage in Venezuela zu informieren.

Papst Franziskus hatte sich im April unmittelbar nach dem knappen Wahlausgang "ernsthaft besorgt" über die Entwicklung in Venezuela geäußert. Er mahnte die politischen Verantwortlichen in Caracas, "jede Art von Gewalt entschieden abzulehnen und einen Dialog aufzunehmen". Es müssten "gerechte und friedliche" Lösungen gefunden werden, um die großen Schwierigkeiten, in denen sich Venezuela gegenwärtig befinde, zu überwinden. Der Dialog müsse der Wahrheit verpflichtet sowie von gegenseitigem Respekt und der Sorge um das Gemeinwohl geprägt sein, forderte der Papst. Alle Katholiken im Land rief er auf, für eine solche Versöhnung einzutreten und zu beten.

Quelle: KNA