Paraguay |

Bevölkerung soll Diktaturverbrechen anzeigen

Mit einer landesweiten Kampagne will das Kollektiv ehemaliger politischer Gefangener in Paraguay "Carmen Soler" die Bevölkerung dazu bewegen, Diktaturverbrechen anzuzeigen. Bis heute seien die Schergen des Regimes von Alfredo Stroessner (1951-1989) weitgehend straffrei geblieben. Das Kollektiv kritisiert zudem die gegenwärtige Kriminalisierung und Repression von sozialen Protesten in Paraguay.

„Abgesehen von mehreren Tonnen an Beweisdokumenten im Terrorarchiv in Paraguay, dem Auffinden von 17 Leichenresten in anonymen Massengräbern, wie etwa im Innenhof der Wache des Gefängnisses von Tacambu und einem Abschlussbericht der Wahrheits- und Justizkommission im Jahr 2008 warten wir immer noch auf die Untersuchung von 700 Mitarbeitern der Stroessner-Diktatur. Sie genießen bis heute fast völlige Straffreiheit. Viele von ihnen befinden sich in öffentlichen Ämtern in den Sicherheitsbehörden und beim Militär“, kritisiert das Kollektiv.

Die Gruppe erinnert daran, dass bereits während der Diktatur viele Bauern, die eine Landreform forderten, Opfer des Regimes wurden. Das Kollektiv vertritt die Ansicht, dass die Repression bis heute ungebrochen andauert. Soziale Organisationen und Menschenrechtler sollen sich daher der Kampagne anschließen, um Gerechtigkeit und ein Ende der Repression zu fordern, so die Initiatoren. (bh)

Quelle: Adital