Kolumbien |

Betancourt will Präsidentin werden

Die 2002 von der linksgerichteten Guerillaorganisation “Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia” (FARC) entführte Ingrid Betancourt will Präsidentin von Kolumbien werden. Wie mehrere kolumbianische Medien vermeldeten, wird die im Jahr 2008 befreite Politikerin für die links-ökologische Partei „Alianza Verde“ (AV) für die Präsidentschaftwahlen am 25. Mai 2014 ins Rennen geschickt.

Die AV ist ein im September gegründetes Bündnis der „Grünen Partei“ (PV) und der „Movimiento Progresistas“ (MP), das in der Hauptstadt Bogotá auf kommunaler Ebene regiert. Bei den Parlamentswahlen im März 2014 muss AV wie alle anderen Parteien den Mindeststimmenanteil von 450.000 Voten schaffen. Für die 51-Jährige ist die Kandidatur der zweite Anlauf. Bei ihrem ersten Versuch wurde sie 2002 im Wahlkampf von Einheiten der FARC festgenommen und über sechs Jahre festgehalten.

Während ihrer Gefangenschaft wurde sie nicht nur in Kolumbien zur politischen Ikone. Nach ihrer Befreiung durch eine gewaltlose Geheimdienstaktion stieg ihre Popularität zunächst groß an. Nach einer Klage Betancourts gegen den kolumbianischen Staat über eine Entschädigung von acht Millionen US-Dollar wegen nicht geleistetem Schutz vor ihrer Entführung litt ihr Ansehen jedoch zunehmend. (bb)