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Bericht prangert Folgen des Bergbaus an

Arbeiter an einer Goldgräberstelle zwischen Delta 1 und Puerto Luz in Peru. Foto: Adveniat/Umlauf.
Arbeiter an einer Goldgräberstelle zwischen Delta 1 und Puerto Luz in Peru. Foto: Adveniat/Umlauf.

Der Bericht enthält Informationen aus einem Zeitraum von 15 Jahren über 14 süd- und mittelamerikanische Länder. 41 Prozent der in Lateinamerika tätigen großen Bergbauunternehmen sind kanadisch. Das JCAP kritisiert, dass sie derzeit für ihr Handeln im Ausland nicht zur Verantwortung gezogen werden können.

Kanadas Regierung und der Bergbausektor selbst ignorierten die Gewalt, von der vor allem Indigene in Zusammenhang mit Projekten betroffen seien. Der Bericht nennt 28 Unternehmen, von denen mindestens zehn Konflikte mit Indigenen verschuldet hätten, auf deren Land sie vorgedrungen seien.

Bergbaugegner werden sogar kriminalisiert

In den 14 untersuchten Ländern habe es 44 tote Bergbaugegner gegeben, in 30 Fällen sei von einem gezielten Vorgehen zu sprechen. Zudem seien bei gewaltsamen Konflikten zwischen Bergbauunternehmen und -gegnern 403 Verletzte zu beklagen gewesen. Bergbaugegner würden zudem häufig kriminalisiert. Die Gewalt verteile sich auf alle Länder.

Von Frauen, die sexuelle Übergriffe erlitten, waren 73 Prozent Indigene. Die Bergbauunternehmen selbst hätten nur 24,2 Prozent der Todesfälle und 12,3 Prozent der Verletzten bekannt gegeben. Die Dunkelziffer dürfte ohnehin noch weit höher liegen. Das JCAP spricht von der Spitze eines Eisbergs. Zur Gewalt hinzu kommen die Gesundheits- und Umweltschäden, die der Bergbau verursacht.

Viel Gegenwind für kanadische Firmen

Die indigenen Völker Lateinamerikas kämpfen schon seit langem gegen kanadische Bergbauunternehmen, deren Handeln selten im öffentlichen Fokus steht. Die Menschenrechtsorganisation ''Cultural Survival'' prangert seit über zehn Jahren die Begleiterscheinungen des Bergbaus in Goldcorps Martin Mine in Guatemala an: Gewalt, Tote, Einschüchterung, Kriminalisierung und Prostitution.

Die gesamte indigene Gemeinde sei allmählich vergiftet worden. Goldcorp sei immer wieder zum Schließen der Mine aufgefordert worden, unter anderem von der Inter-American Commission on Human Rights, der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), der katholischen Kirche und dem UN-Sonderberichterstatter für indigene Völker. Sogar Guatemalas Präsident nahm Stellung gegen das kanadische Unternehmen.

Nur Kontrolle kann etwas bewirken

Die kanadische Gesetze hinsichtlich der Auskunftspflicht von Bergbauunternehmen sind weniger streng als in den USA. Im Zweifelsfall werde gegen jene, die sich etwas zuschulden haben kommen lassen, auch nicht konsequent vorgegangen. Gewalt in Zusammenhang mit Bergbauprojekten finde daher häufig im Verschwiegenen statt.

Seit Jahren fordern die Vereinten Nationen, dass kanadische Bergbauunternehmen für ihre Aktivitäten im Ausland zur Verantwortung gezogen werden können. Die Menschenrechte müssten eingehalten werden. Kanadas Regierung allerdings verweist auf das Prinzip der Freiwilligkeit im Rahmen der viel beschworenen Corporate Social Responsibility (CSR). Ermittlungen, Sanktionen und Entschädigungszahlungen für Opfer wird es auf dieser Grundlage kaum geben. (bs)