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Bericht: 116 Tote durch Polizeigewalt während FMLN-Regierung

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Ein Soldat bewacht eine Straße in La Chacra, einem Armenviertel San Salvadors. Foto (Symbolbild): Adveniat/Martin Steffen

In El Salvador sind in vier Jahren Regierungszeit der Regierung der linken "Frente Farabundo Martí para la Liberación Nacional" (FMLN) mindestens 116 Menschen Opfer tödlicher Polizeigewalt geworden. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch, 27. August 2019, unter Berufung auf einen Bericht der Ombudsstelle für Menschenrechte über "extralegale Hinrichtungen" und "übertriebenen Gewalteinsatz" der Nationalpolizei in dem mittelamerikanischen Land.

Zwischen 2014 und 2018 habe die Nationalpolizei 109 Männer getötet, drei von ihnen seien minderjährig gewesen. Die anderen Opfer seien Frauen, so der im Internet einsehbare Bericht. Beim Vorgehen der Polizei seien "Verhaltensmuster" festgestellt worden, die auf ein systematisches Vorgehen der Sicherheitskräfte hindeuten würden. Die Tötungen fanden zu einer Zeit statt, als die damalige Regierung mit verstärkten polizeilichen Maßnahmen die Gewalt und Kriminalität der berüchtigten "Mara"-Banden bekämpfen wollte.

"Der Kampf gegen die Gewalt darf weder zu Handlungen führen, welche die Menschenrechte verletzen, noch sich allein auf die Bekämpfung von Straftaten konzentrieren", warnen die Menschenrechtler vor einer Spirale aus Gewalt und Gegengewalt. In 2018 lag die Mordrate in El Salvador laut Angaben der Vereinten Nationen bei 50,3 pro 100.000 Einwohner. Damit ist die 7,3-Millionen-Einwohnernation eines der weltweit gefährlichsten Länder überhaupt. Mitfinanziert wurden die Untersuchungen vom „Servicio Social Pasionista". (bb)