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Bekannter Kameramann erschossen

Honduras gilt als eines der gefährlichsten Länder für Journalisten. Foto: Adveniat/Escher
Honduras gilt als eines der gefährlichsten Länder für Journalisten. Foto: Adveniat/Escher

In der honduranischen Stadt Nueva Arcadia ist am Montag, 23. Oktober 2017, ein bekannter Kameramann umgebracht worden. Carlos Oveniel Lara Domínguez hatte gerade sein Haus verlassen und war auf dem Weg zur Arbeit, als Unbekannte ihn überfielen und mit drei Schüssen töteten. Offiziellen Angaben zufolge haben die Täter das Handy des Opfers gestohlen.

Die Ermittler vermuten, dass Lara Domínguez aufgrund seiner Arbeit sterben musste und die Täter an bestimmte Informationen in seinem Telefon gelangen wollten. Der Kameramann hatte in den vergangenen Monaten immer wieder Morddrohungen erhalten. Lara Domínguez ist bereits der zweite Journalist, der in diesem Monat umgebracht wurde und die nationale Menschenrechtskommission äußerte sich besorgt über eine steigende Tendenz. Seit 2003 seien ihren Angaben nach mindestens 73 Journalisten ermordet worden.

UNESCO fordert mehr Schutz für Journalisten

Auch die Organisation für Kultur und Bildung der Vereinten Nationen (UNESCO) fordert vor diesem Hintergrund mehr Schutz für Medienschaffende. Der UNESCO Vertreter für Zentralamerika, Jamión Knight, präsentierte zu Beginn dieser Woche in Tegucigalpa einen Aktionsplan für mehr Schutz für Journalisten. Dieser beinhaltet Kampagnen zur Sensibilisierung für das Thema; Schulungen für Journalisten, um Risiken besser einschätzen zu können sowie die Schaffung der rechtlichen Rahmenbedingungen für den Schutz von Medienschaffenden. Darüber hinaus müsse laut Knight auch die Aufklärung dieser Verbrechen konsequenter in Angriff genommen werden. Bisher bleibt ein Großteil der Taten ungesühnt.

Honduras hat sich, Reporter ohne Grenzen zufolge, seit dem Militärputsch im Jahre 2009 zum zweitgefährlichsten Land für Journalisten in Lateinamerika entwickelt. (aj)

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