Honduras |

Behörden stimmen Überprüfung der Wahlergebnisse zu

Einen Tag nachdem das Wahlgericht Juan Orlando Hernandez zum Sieger der Präsidentschaftswahlen in Honduras vom 24. November erklärt hat, gaben die Behörden der Forderung von Kandidatin Xiomara Castro nach einer Überprüfung der Ergebnisse nach. Auch wenn nicht die Stimmen neu ausgezählt, sondern lediglich die Auszählung überprüft wird, wertet Castro die Entscheidung als Erfolg. "Die Überprüfung öffnet eine Tür und das ist das was wir wollten: die Möglichkeit unseren Fall zu präsentieren", gab die 54-Jährige im Anschluss das die Entscheidung gegenüber der Presse an.

Xiomara Castro und ihre Partei Libre beschuldigen die Nationalpartei (NP) des massiven Wahlbetrugs. Sie gaben an, dass die Auszählungen für die NP nachträglich erhöht wurden. Weiterhin sollen auch Stimmen von Honduranern gezählt worden sein, die bereits verstorben sind oder sich im Ausland befinden. Castro sagte im Anschluss an die Verkündung der ersten Ergebnisse, dass ihr der Sieg geraubt worden sei. Insgesamt 400.000 Stimmen seien gefälscht worden. Offiziell erhielt sie rund 29 Prozent und Hernandez rund 37 Prozent der Stimmen. Seit der Verkündung der Ergebnisse gingen mehrmals tausende Menschen auf die Straßen des zentralamerikanischen Landes, um ihre Unterstützung der Politikerin und Ehefrau des ehemaligen Präsidenten Manuel Zelaya auszudrücken. Erst am letzten Sonntag führte das Paar einen friedlichen Demonstrationszug durch die Hauptstadt Tegucigalpa an.

Die Wahlbeobachter der Europäischen Union haben den Urnengang selber als relativ frei und fair bezeichnet. Die 100-köpfige Kommission kritisierte allerdings das massive Ungleichgewicht im Wahlkampf. Die NP hätte öffentliche Gelder genutzt, um eine breit aufgestellte Kampagne zu fahren. Der Wahlkampf der Partei sie von exzessiven Ausgaben geprägt gewesen, der eine Omnipräsenz von Juan Orlando Hernandez zur Folge und die kleinen Libre Partei benachteiligt hätte. (aj)