Kolumbien |

Beginn der "Friedens-Tische"

Am Montag, 6. Mai, begannen in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá die so genannten "Friedens-Tische". Sie sind Bestandteil des zweiten Punkts auf der Agenda der Friedensgespräche zwischen der kolumbianischen Regierung und der linksgerichteten Guerilla FARC. Bei den vom Kongress und den Vereinten Nationen (UN) organisierten Friedens-Tischen geht es darum, die Perspektive der zahlreichen Opfer des bewaffneten Konflikts in den Fokus zu stellen. Rund 300 Personen, die entweder selbst direkte Gewalt durch eine der Konfliktparteien erfahren oder einen Familienangehörigen im Zuge der seit mehr als 50 Jahren andauernden Kämpfe verloren haben, berichteten vor den Kongressabgeordneten von ihren Erlebnissen.

Senatorin Gloria Ines Ramires eröffnete die Sitzung und betonte, dass es das Ziel sei, die Opfer zu Wort kommen zu lassen: „Wir werden allen zuhören und ihre Ansprüche sammeln, um sie bei den Friedensverhandlungen vortragen zu können. Wir sind uns sicher, dass dies ein wichtiger Beitrag zu Frieden und Gerechtigkeit ist“. Der Tag war anschließend gefüllt mit dutzenden Berichten über Morde, Entführungen, Landraub und Vergewaltigungen. “Das beste Tribut, das wir den Opfer geben könne, ist, dass es keine weiteren Opfer geben wird“, resümierte der Senatspräsident Roy Barreras die bewegenden Berichte der Opfer.

Beim zweiten Punkt der Agenda der Friedensverhandlungen, die seit Oktober vergangenen Jahres zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC andauern, geht es vor allem um die Partizipation der Zivilgesellschaft an dem Friedensprozess. So wurde Ende April ein Forum zu diesem Thema abgehalten, an dem zahlreiche Nichtregierungsorganisationen teilnahmen. Die gestrige Gesprächsrunde in Bogotá war der Auftakt zu einer Reihe ähnlicher Veranstaltungen. In den kommenden Wochen werden die Friedens-Tische in neun weiteren kolumbianischen Städten fortgesetzt. (aj)