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Bedrohliche Zahl ungelöster sozialer Konflikte

Die Ombudsstelle hat in ihrem jüngsten Bericht gemahnt, dass die Zahl der sozialen Konflikte steige, weil zu wenige Konflikte gelöst würden. Im vergangenen Mai wurden 225 soziale Konflikte registriert. Die Mehrzahl sind soziale und Umweltkonflikte (149 Fälle), 108 Konflikte stehen im Zusammenhang mit dem Bergbau, bei 19 Konflikten geht es um Erdöl- bzw. Erdgasförderung. Laut Bericht Nº 111 der Ombudsstelle handelt es sich in 172 Fällen um aktive Konflikte, 53 werden als latent eingestuft. Bei Auseinandersetzungen seien im Mai 31 Personen verletzt worden, darunter 23 Zivilpersonen und acht Polizisten.

Im Mai 2013 seien zwar drei Konflikte gelöst worden, drei neu entstanden und vier seien nicht mehr in den Bericht eingegangen, da das Interesse der Konfliktparteien nachgelassen habe, so der Leiter der Ombudsstelle, Rolando Luque. Es gebe jedoch keine rückläufige Tendenz sozialer Konflikte. „In den letzten drei Jahren war die Zahl der neuen Fälle doppelt so hoch wie die der gelösten“, mahnt Luque.

Besonders Konflikte in Apurímac und Puno

Die Ombudsstelle ist eine staatliche Institution, welche sich für die Wahrung von Menschen- und Bürgerrechten, auch gegenüber Regierungseinrichtungen einsetzt. Die Ombudsstelle soll Betroffenen als Anlaufstelle für Beschwerden dienen und versucht, bei Konflikten zu vermitteln und an einer einvernehmlichen Lösung zu arbeiten.

Luque Mogrovejo bekräftigte die Einschätzung seines Vorgängers, Eduardo Vega Luna, dass es eine vorherige Konsultation der bäuerlichen indigenen Gemeinden in Cañaris (Lambayeque) über die Umsetzung von Bergbauprojekten geben müsse. Staatliche Stellen argumentieren, dies sei nicht nötig, da es sich lediglich um bäuerliche Gemeinden handele.

Besonders viele Konflikte gibt es in den Departements (31), Apurímac (23) und Puno (19). Neben Umweltkonflikten handelt es sich bei 20 Fällen um Auseinandersetzungen mit der Regionalregierung und in 14 Fällen um Konflikte um die Titulierung von Territorien. (bh)