Bolivien |

Bauern leiden unter Extremwetter

Boliviens Landwirtschaft leidet unter Extremwetter. Besonders hart seien Bauern im südlichen Departamento Tarija betroffen, zitierte am Dienstag die Nachrichtenagentur ANF Experten vom staatlichen Agrarinstituts für land- und forstwirtschaftliche Innovation (INIAF), dem Ministerium für Zivilschutz, dem Vizeministerium für Wasser und der Departamento-Regierung. Auswertungen von Dürreschäden aus 25 Gemeinden des Bezirkes Bermejo an der Grenze zu Argentinien hätten einen Ernteausfall von über 50 Prozent ergeben, präsentierte INIAF-Juan Carlos Sangredo erste Ergebnisse.

Die betroffenen Familien der Region fordern nun den schnellen Ausbau von Bewässerungssystemen, Spende von Saatgut, Dünger und Maschinen sowie einen Schuldenschnitt bei der öffentlichen Bank für Produktionsentwicklung, so ANF. Im zentralbolivianischen Cochabamba und in der subtropischen Chaco-Region an der Grenze zu Argentinien war wegen der Hitze Mitte Juli Alarmstufe Gelb ausgerufen worden. Fehlender Regen hat im ganzen Land über 86.000 Hektar Land ausgetrocknet, über 50.000 Rinder waren vom Verdursten bedroht.

2013 waren 44.000 Familien von der Hitze betroffen, 2012 nur 16.000. Wegen Frostschäden hätten sich beim Ministerium für Zivilschutz über 2500 Bauernfamilien aus dem Hochlanddepartamento Potosí gemeldet, so Oscar Cabrera vom Ministerium für Zivilschutz. »Im vergangenen Jahr war die Zahl hingegen sehr gering«, kommentiert Cabrera in der Tageszeitung "La Razón" die Verdreifachung betroffener Familien. Unter anderem bei der Welternährungsorganisation (FAO) habe man darum um Hilfe gebeten. Bei Kälteeinbruch werden unter anderem Decken und Winterkleidung verteilt.

Sei drei Monaten leidet Bolivien an extremem Wetter. Das Land gilt als eines der am meisten vom Klimawandel betroffenen Weltregionen. Während die Temperaturen im westlichen Andenhochland unter Null gefallen sind hat das Tiefland im Westen und Süden mit extremer Hitze zu kämpfen, informiert das Nationale Institut für Meteorologie und Hydrologie auf seiner Webseite. Die Arbeit von INIAF wird darum zunehmend wichtiger. Mitte Juli wurde den Agrarspezialisten von der Regierung in La Paz 44 Geländewagen überreicht, um Bedarf schnell feststellen zu können. Finanziert wird INIAF unter anderem mit Geldern der Weltbank. (bb)