Guatemala |

Bauern demonstrieren für Lösung von Agrarkonflikten

Mit einem mehr als 250 Kilometer langen Protestmarsch in die guatemaltekische Hauptstadt wollen indigene und kleinbäuerliche Organisationen eine Lösung der Agrarkonflikte im Land vorantreiben. Die Bauernvereinigung CUC rechnet mit 8.000 bis 10.000 Teilnehmenden an der Protestaktion.

Hauptforderung der Demonstranten ist die Verabschiedung des Gesetzes zur ländlichen Entwicklung, mit dem die Vertreibung von Kleinbauern gestoppt werden würde. Zudem wollen die indigenen Bauern erreichen, dass bereits vergebene Lizenzen für Bergbau und zur Förderung von Erdöl auf ihren Territorien zurückgenommen werden. Außerdem fordern sie ein Ende der Kriminalisierung indigener Führungspersonen.

Protestcamp in Guatemala-Stadt geplant

Präsident Pérez Molina hat die Protestierenden unterdessen zu einem runden Tisch eingeladen, dem der Verantwortliche für Landwirtschaft, Elmer López, vorsteht. „Die Bauern haben alle Rechte, ihre Forderungen vorzubringen. Wir hoffen, dass sie die Bürgerrechte respektieren und den Straßenverkehr nicht blockieren. Die Rechte der am Marsch beteiligten Organisationen werden respektiert“, zitiert die guatemaltekische Tageszeitung „Prensa Libre“ den Präsidenten. Die Bauern hatten im Vorfeld des Marsches auch das Blockieren von Straßen nicht ausgeschlossen, falls die Regierung den Forderungen keine Beachtung schenkt.

Die Bauern begannen ihre Demonstration in Cobán, der Hauptstadt des Departements Alta Verapáz. Für Dienstag der kommenden Woche ist die Ankunft in der Hauptstadt vorgesehen. Nach Angaben des Senders TeleSur sind mittlerweile bereits 2.000 Indigene und Kleinbauern zu Fuß nach Guatemala-Stadt unterwegs. Nach Ankunft in Guatemala-Stadt wollen die Protestierenden auf dem zentralen Platz der Hauptstadt ein Protestcamp errichten.

Die CUT erklärte, dass sich auch Lehrer und verschiedene Gewerkschaften den Protesten anschließen wollen. (bh)