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Barrieren überwinden: Migration und menschliche Entwicklung

Human Development Report (HDR) für 2009 erschienen.

Der neue „Bericht über die menschliche Entwicklung“ (Human Development Report – HDR) befasst sich mit der Frage, wie eine bessere Migrationspolitik die menschliche Entwicklung stärken kann. Das Dokument, das vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) herausgegeben wurde, wirft dabei auch ein neues Licht auf bisherige Annahmen über Migration.

Rund 200 Millionen Menschen leben weltweit außerhalb ihres Heimatlandes. Weitaus größer ist jedoch die Zahl der sogenannten Binnenmigranten, die nicht über Landgrenzen hinweg migrieren (740 Millionen). Anders als gemeinhin angenommen heben Migranten die Wirtschaftsleistung des Ziellandes üblicherweise an. Auch für die Migranten selbst gilt zu einem Großteil, dass sich ihr „neues Leben“ überwiegend positiver gestaltet als im Herkunftsland. Die Bestandsaufnahme betont, dass der wichtigste Antrieb für Migration bei den extrem ungleichen Lebenschancen weltweit liegt. Es sei anzunehmen, dass aufgrund auseinanderdriftender wirtschaftlicher und demographischer Trends der Migrationsdruck noch weiter steigen werde.

Als Anhang ist dem HDR das Tabellenwerk des Human Development Index (Index der menschlichen Entwicklung – HDI) beigefügt, der versucht, mit einer Maßzahl den Stand der menschlichen Entwicklung in den Ländern der Welt zu verdeutlichen. Dabei berücksichtigt er nicht nur das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Einwohner, sondern ebenso die Lebenserwartung und den Bildungsgrad mit Hilfe der Alphabetisierungsrate und der Einschulungsrate der Bevölkerung. Die Maßzahl des Indexes bewegt sich zwischen 0 und 1, wobei 1 den „Idealwert“ darstellt. Die Länder Lateinamerikas und der Karibik befinden sich im HDI zwischen den Werten 0,878 (Chile) und 0,532 (Haiti). Unter den 182 Ländern weltweit steht Chile damit auf Rang 44, Haiti auf Rang 149. Der karibische Inselstaat Haiti bildet das große Schlusslicht der Lateinamerikanischen Staaten und Karibik. Er liegt um einen Wert von mehr als 0,15 hinter Nicaragua (0,699) zurück, das sich auf Rang 124 der Länderliste befindet. Haiti, der ärmste Staat Lateinamerikas, ist auch Aktionsland der diesjährigen Adveniat-Aktion.

Der Human Development Report plädiert dafür, dass Regierungen „die Beschränkungen von Binnen- und grenzüberschreitender Wanderung abbauen, um so die Wahlmöglichkeiten und Freiheiten der Menschen zu erweitern.“

Text: Leif