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Babysterben aus Geldmangel

Vierzig Neugeborene sind in diesem Jahr bereits auf der Intensivstation für Neugeborene eines Krankenhauses im Bundesland Maranhao gestorben. Der Grund: fehlende Kinderbetten und veraltetes medizinisches Equipment. Die Leitung des Krankenhauses in der Stadt Imperatriz gab an, dass kein Geld für Neuanschaffungen vorhanden sei. Seit Monaten warte man bereits auf von der Regierung versprochene Finanzmittel. Im letzten Jahr waren bereits 43 Babies in dem selben Krankenhaus gestorben.

Seit den ersten Beschwerden über die mangelhafte Betreuung der Patienten Anfang des Jahr seien nur sieben neue Betten hinzugekommen, berichten Zeitungen. Zur Behandlung dringender Fälle auf der Intensivstation müsse das Krankenhaus oft erst per einstweiliger Verfügung angehalten werden, so ein Richter. Bereits im April hatte das Gesundheitsministerium in der Hauptstadt Brasilia den Kauf von 27 neuen Betten und neuem Equipment gebilligt und die entsprechenden Finanzmittel an die Stadtverwaltung überwiesen. Bisher sei das Geld jedoch nicht bei dem Krankenhaus eingetroffen.

Unzureichende Kapazitäten und fehlerhaftes Gerät sind auf den Intensivstationen in ganz Brasilien keine Seltenheit. Nach Angaben der Amib, einer Vereinigung von auf Intensivstationen arbeitenden Ärzten, haben mehr als die Hälfte aller 27 Bundesländer zu niedrige Kapazitäten. Das sieht das Gesundheitsministerium in Brasilia anders. Lediglich in den Bundesländern Maranhao, Acre und Roraima stünden nicht genug Kapazitäten zur Verfügung, so die Behörde. Alle drei Bundesländer befinden sich in der Amazonasregion im Norden des Landes. (milz)