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Außenministerium will Diktaturarchive öffnen

Brasiliens Außenminister Antonio Patriota will die Archive seines Hauses der Wahrheitskommission zur Verfügung stellen. Wie örtliche Medien berichten, versprach Patriota dies bei einem Treffen mit den Mitgliedern der Kommission am 10 Juli. Die Wahrheitskommission, die Menschenrechtsverstöße aus der Zeit von 1946 bis 1988 untersucht, erhofft sich davon vor allem Informationen über die geheimnisumwitterte "Operation Condor". In den 70er und 80er Jahren sollen dabei die Geheimdienste von sechs südamerikanischen Ländern und der USA gemeinsam gegen Oppositionelle vorgegangen sein.

"Wir werden uns auf die ´Operation Condor´ konzentrieren", wird der Kommissionsvorsitzende Gilson Dipp zitiert. "Das Außenministerium dürfte über eine ganze Reihe von Dokumenten verfügen, die die Verbindungen zwischen Brasilien und anderen Diktaturregimen behandeln." Das Außenministerium hat laut Zeitungsberichten bereits vier Tonnen Archivmaterial zur Auswertung an das Nationalarchiv überstellt. Nun sollen sämtliche Archive für die Kommissionsarbeit geöffnet werden.

Unter dem Decknamen "Operation Condor" sollen die Geheimdienste von Brasilien, Argentinien, Chile, Paraguay, Uruguay und Bolivien unter Anleitung der USA gemeinsam gegen Oppositionelle vorgegangen sein. Angeblich fürchteten die USA ein zweites Vietnam in Lateinamerika. Die tatsächliche Existenz und der Umfang der Operation ist bislang jedoch nicht eindeutig geklärt. Brasiliens Staatschefin Dilma Rousseff hatte die Wahrheitskommission Mitte Mai offiziell einberufen. Die sieben Mitglieder haben zwei Jahre Zeit, ihren Bericht über Menschenrechtsvergehen in Brasilien vorzulegen.

Quelle: KNA