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Ausschreitungen bei Gedenkfeier für Augusto Pinochet

Bei einer Gedenkfeier für den ehemaligen Staatschef Chiles Augusto Pinochet am Sonntag in Santiago de Chile kam es zu gewaltsamen Ausschreitungen zwischen Protestanten und der Polizei. Nach Angaben von lokalen Medien haben einige der mehreren hundert Demonstranten die anwesende Polizei mit Steinen beworfen und parkende Autos angezündet. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas gegen die Protestler ein. 22 Menschen, 20 davon Polizisten und zwei Journalisten, wurden bei den Auseinandersetzungen verletzt. Mehr als 60 Menschen wurden vorläufig festgenommen.

Die „Kooperation Elfter September“- der Tag des Militärputsches in Chile im Jahr 1973- hatte in der Nähe des Caupilcán-Theaterseine Dokumentation über den ehemaligen Diktator Augusto Pinochet gezeigt. Laut den Pinochet- Gegnern würde der 2006 verstorbene Diktator darin verherrlicht. Immer wieder riefen sie bei der Veranstaltung „Mörder, Mörder“.

Kontroverse Diskussion im Vorherein

Bereits Wochen vor der Feier wurde diese kontrovers diskutiert. Der Verband der Angehörigen von Verhafteten und gewaltsam Verschwundenen (AFFD) hatte versucht die Präsentation des Films zu verhindern. Er rechte sogar Klage vor dem Berufungsgericht ein. Auch die nationale Menschenrechtkommission von Chile verurteilte die Veranstaltung. Die Regierung des südamerikanischen Landes distanzierte sich von der Ehrung Pinochets, wollte die Veranstaltung allerdings mit der Begründung des Rechts auf Meinungsfreiheit nicht verbieten.

Augusto Pinochet gelangte 1973 durch einen Militärputsch an die Regierungsspitze Chiles. Aus der geplanten Übergangsregierung wurden mehr als 15 Jahre brutale Militärherrschaft. Während der Herrschaft Pinochets kamen mehr als 3.000 Menschen ums Leben. 1.000 gelten bis heute als vermisst. Er musste sich bis zu seinem Tod nicht für seine Taten verantworten. (aj)