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Ausländische Mediziner gegen Ärztemangel

Brasiliens Regierung stellt zusätzlich 358 ausländische Ärzte für das staatliche Gesundheitssystem ein. Sie sollen einem Medizinermangel in einigen Regionen des Landes entgegenwirken, wie brasilianische Zeitungen am Donnerstag, 15. August, berichteten. Für das Programm "Mais Medicos" (Mehr Ärzte) hatten sich nicht genügend einheimische Ärzte beworben. Der Einsatz ausländischer Mediziner war vorab bei Ärzteverbänden auf Kritik gestoßen.

In Reaktion auf Sozialproteste im Juni hatte die Regierung von Staatspräsidentin Dilma Rousseff im Juli angekündigt, bis Mitte September 10.000 Ärzte in unterversorgte Regionen zu entsenden. In einer ersten Anwerbungsphase meldeten sich allerdings deutlich weniger Kandidaten als erwartet. So wurden bislang nur 1.618 Ärzte angenommen, einschließlich der ausländischen Fachkräfte. Städte und Landkreise zeigten der Regierung einen Bedarf von insgesamt 15.460 Ärzten in 3.511 Kommunalverwaltungen an.

Das öffentliche Gesundheitssystem in Brasilien hat generell Schwierigkeiten, Fachpersonal zu finden. Privatkliniken in den Großstädten zahlen ein Vielfaches des Gehalts staatlicher Einrichtungen. Die geplante Anwerbung ausländischer Mediziner stieß auf Einwände von Ärzteverbänden und Gesundheitsexperten. Diese fürchten das Fehlen von fachlichen und sprachlichen Qualifikationen bei den Bewerbern. Die Regierung solle stattdessen stärker in die Ausbildung brasilianischer Ärzte investieren, forderten die Kritiker.

Quelle: KNA