Guatemala |

Aufklärung des Mordes an Bauernführer gefordert

Die sozialen und bäuerlichen Organisationen Guatemalas haben die Aufhebung des Ausnahmezustands in Huehuetenango als einen Erfolg der Proteste begrüßt, fordern jedoch die Aufklärung des Mordes an einem Bauernführer.

Am vergangenen Freitag hatte Präsident Otto Pérez Molina den ursprünglich am 1. Mai für 30 Tage über den Regierungsbezirk Santa Cruz Barillas (Department Huehuetenango) verhängten Ausnahmezustand aufgehoben. Der Präsident begründete seine Entscheidung mit den „guten Resultaten der gemeinsamen Anstrengungen von Polizei und Armee bei der Widerherstellung der öffentlichen Ordnung“, zitiert die Nachrichtenagentur TeleSur den Mandatsträger. Die Sicherheitskräfte hatten während dieser Zeit 19 Personen verhaftet, 17 bei 17 von ihnen handelt es sich um Dorfvorsteher, die Proteste gegen ein Wasserkraftwerk organisiert hatten.

Dialog ohne Annäherung

Ein gestern durchgeführtes Treffen zwischen Akteuren der Bauernbewegung und Indigenenvertretern mit einer Regierungsdelegation habe zu keiner Einigung geführt, berichten lokale Medien. Die Protestierenden hätten eine für den 15. Juni anberaumte weitere Unterredung abgelehnt, da die Regierung keine neuen Vorschläge gemacht habe, sich weigere, die Militarisierung der Region zu thematisieren und stattdessen nur Einzelfälle verhandeln wolle, berichtet „Siglo21“. Präsident Molina habe zudem erklärt, dass die Anzahl der Sicherheitskräfte „nur wenig“ gestiegen sei.

In einer gemeinsamen Erklärung hatten die Bewegung „Todos Somos Barillas“ (Wir alle sind Barillas), der Rat der westlichen Maya-Völker sowie das Komitee der Bauernvereinigung (CUC) die Aufhebung des Ausnahmezustandes als „unzureichend“ bezeichnet.

Bischof Ramazzini wird Diözese in Huehuetenango leiten

Der Papst hat Mitte Mai den sich stark für die Einhaltung der Menschenrechte einsetzenden Bischof Álvaro Ramazzini zum neuen Leiter der Diözese Huehuetenango ernannt, zu der auch die Konfliktregion gehört. Bischof Ramazzini wird den 75-jährigen Bischof Rodolfo Francisco Bobadilla ersetzen, der aus Altersgründen sein Amt aufgab. Soziale Organisationen begrüßten die Entscheidung der Kirche.

Ramazzini leitet seit mehr als 20 Jahren die Diözese San Marcos. Dort macht er sich seit Jahren unter anderem für die Rechte von Landarbeitern und Migranten stark. Im vergangen Jahr erhielt er 2011 für sein besonderes Engagement für Frieden und Gerechtigkeit mit den Friedenspreis „Pacem in Terris“. Ramazzini wird sein Amt in Huehuetenango am 14. Juli antreten. (bh)