Paraguay |

Asuncíon erlaubt Gen-Mais

Mitte der Woche hat Paraguays Regierung den Anbau von genverändertem Mais zugelassen. Wie die konservative Tageszeitung »ABC« berichtet habe das Landwirtschaftsministerium die gentechnisch veränderten Sorten »VT Triple Pro« und »MON810« des US-Weltmarktführers für Saatgut Monsanto, »BT11« vom Schweizer Agrarriesen Syngenta und die Sorte »TC1507« des Unternehmens Dow AgroSciences mit Sitz im US-Bundesstaat Michigan zugelassen.

Die Zulassung dieser Sorten sei »Fall für Fall« geprüft worden, zitiert die Tageszeitung Santiago Bertoni, Experte der zuständigen »Nationalen Kommission für Biosicherheit« (Combio). Kritik kam nicht nur von Kleinbauernorganisationen. Auch Ex-Umweltministerin Esperanza Martínez, die nach der Abwahl von Präsident Fernando Lugo ihr Amt verlor, kritisierte die Entscheidung der neuen Regierung Federico Francos.

Zwar sei sie nicht gegen Forschung und Entwicklung. In ihrer Amtszeit aber sei der Gen-Mais deshalb nicht zugelassen worden, weil die ausländischen Agrofirmen »die von Combio vorgeschriebenen Schritte nicht akzeptiert haben«, so Martínez im Gespräch mit der Agrar-Nichtregierungsorganisation »Base Investigaciones Sociales«. Zu bedenken sei, dass Mais aus dem Labor »Gift in den Samen eingeführt wird«.

Die Folgen für Mensch und Umwelt seien noch nicht ausreichend genug erforscht, fordert die Ex-Ministerin darum eine Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel mit genveränderten Inhalten. »Wegen der Folgen für die bäuerliche Wirtschaft und das heimische Saatgut muss auch eine politische Bewertung der Saatguteinführung in unseren Ländern vorgenommen werden«, verwies die Politikerin auf mangelnde staatliche Kontrolle der Agrarmultis und deren Monopolstellung auf dem Weltmarkt. 2011 wurde Mais in Paraguay auf rund 990.000 Hektar angepflanzt. (bb)