Brasilien |

Armut laut Studie deutlich gesunken

Staatliche Sozialprogramme und die kontinuierliche Erhöhung des Mindestlohnes haben die Armut in Brasilien in den vergangenen Jahren deutlich gesenkt. Zwischen 2003 und 2009 seien rund 28 Millionen Brasilianer der Armut entkommen, berichten brasilianische Onlinemedien unter Berufung auf eine am Donnerstag veröffentlichte Studie der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Damit habe sich die Armut in der brasilianischen Bevölkerung um 36,5 Prozent verringert. Als "arm" bezeichnet die ILO Personen mit einem Pro-Kopf-Einkommen von weniger als der Hälfte des Mindestlohnes.

Sowohl eine reale Lohnsteigerung und eine Erhöhung des Mindestlohns als auch die Ausweitung der Initiativen zur Einkommensverteilung und zu Sozialprogrammen hätten zur Verbesserungen der Familieneinkommen beigetragen, heißt es. Auch seien viele Arbeitsplätze geschaffen worden.

Die Arbeitsorganisation hebt besonders das Regierungsprogramm "Bolsa Familia" (Familienstipendium) hervor. Dieses habe im Jahr 2011 insgesamt 13,3 Millionen Familien versorgt, mehr als doppelt so viele wie noch 2004. Insgesamt erreicht das Programm den Angaben zufolge 52 Millionen Brasilianer und ist damit das größte Umverteilungsprogramm Lateinamerikas. Laut ILO leben jedoch noch immer 16,3 Millionen Menschen, rund 8,5 Prozent der brasilianischen Bevölkerung, in extremer Armut. Diese müssten mit einem Pro-Kopf-Einkommen von umgerechnet maximal 28 Euro monatlich auskommen.

Quelle: KNA