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Argentinien sanktioniert US-Agrarmulti Monsanto

Der US-Agrarmulti Monsanto, Hersteller von Saatgut und Agrochemikalien, darf 60 Tage lang kein Getreide aus Argentinien exportieren. Die argentinische Steuerbehörde hat dem Unternehmen die Strafe auferlegt, da eine Überprüfung ergab, dass Monsanto fällige Steuern nicht gezahlt hatte. Über die Höhe des Betrages wurde nichts bekannt. Bei Nichtzahlung oder Wiederholung droht die Streichung aus dem argentinischen Register für Getreide-Exporteure.

Monsanto fällt immer wieder unangenehm auf

Erst vor wenigen Tagen hatte der Konzern mit Sitz in St. Louis (Missouri) bekanntgegeben, dass er die Investitionen in Argentiniens Nachbarland Paraguay verdreifachen wolle. Negativ war Monsanto kürzlich dadurch in die Schlagzeilen geraten, dass der argentinische Vertragspartner Rural Power Arbeiter in sklavenähnlichen Verhältnissen auf den Feldern hielt. Ein unerwarteter Besuch der Steuerbehörde hatte den Skandal aufgedeckt. Die illegal beschäftigten Arbeiter mussten 14 Stunden pro Tag schuften und ihre Lebensmittel zu überteuerten Preisen im Laden des Unternehmens kaufen.

Der argentinische Kongress hatte Ende 2011 die Gesetzeslage für Landarbeiter unter anderem mit der Einführung eines 8-Stunden-Tages verbessert. Bis dahin galt ein Gesetz aus der Zeit der Militärdiktatur. (bs)