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Anti-Regierungsproteste eskalieren weiter

Adveniat Lateinamerika Karibik Haiti Port-au-Prince Stadtansicht

Blick von oben über die haitianische Hauptstadt Port-au-Prince. Foto: Adveniat/Martin Steffen

In Haiti eskalieren die Proteste gegen die amtierende Regierung von Präsident Jovenel Moïse und die anhaltende Wirtschafts- und Versorgungskrise weiter. Bei einer Demonstration vor dem Parlament in der Hauptstadt Port-au-Prince feuerte ein Senator der Regierungspartei scharfe Schüsse aus einem Revolver ab, berichtet die Nachrichtenagentur AFP am Montag, 23. September 2019. Ein Fotograf der Agentur sei verletzt worden.

Der Politiker Jean-Marie Ralph Féthière gab an, er habe sich von der Menschenmenge bedroht gefühlt und aus Selbstverteidigung heraus geschossen. Wie AFP berichtete, waren die Demonstranten vor das Parlament gezogen, um gegen eine Abstimmung zu protestieren, bei der der im Juli zum Regierungschef ernannte Fritz-William Michel und sein Kabinett im Amt hätten bestätigt werden sollen. Nach den Schüssen sei die parlamentarische Sitzung bis auf weiteres verschoben worden. 

Auslöser der Demonstrationen ist die seit Wochen ausbleibende Versorgung mit Benzin, aber auch der Unmut wegen mehrerer Korruptionsskandale der Regierung. Dem hoch verschuldeten Karibik-Staat gelingt es immer weniger, den für die Bevölkerung subventionierten Treibstoff aus dem Ausland zu importieren, was zu massiven Versorgungsengpässen im gesamten Land geführt hat. Am Wochenende waren Protestierende und Polizei in der Hauptstadt bei heftigen Auseinandersetzungen aneinander geraten. Dabei setzte die Polizei auch scharfe Munition gegen die Demonstranten ein. Ein Mensch war in der letzten Woche bei den Protesten gestorben, so lokale Medien. (bb)

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