Haiti |

Annäherung im Streit

Im Streit um die Staatsangehörigkeit von Nachfahren haitianischer Einwanderer bewegen sich die Regierungen der Dominikanischen Republik und Haitis aufeinander zu. Die dominikanische Seite sagte nach Verhandlungen der beiden Nachbarstaaten im haitianischen Ouanaminthe grundsätzlich zu, die Grundrechte der Betroffenen zu schützen, wie die Tageszeitung "7Dias" berichtet.

In dem Streit geht es um die Rechte armer Einwanderer aus Haiti in der vergleichsweise wohlhabenden Dominikanischen Republik. Ende September hatte das dortige Verfassungsgericht angeordnet, allen nach 1929 geborenen Kindern illegaler Einwanderer die Staatsbürgerschaft zu entziehen. In der Praxis betrifft dies vor allem Haitianer. Sie verlieren damit ihre derzeitige dominikanische Staatsbürgerschaft und müssen unter Umständen sogar in das Land ihrer Großeltern zurückkehren. Vertreter von Kirche und Menschenrechtsorganisationen kritisierten das Urteil.

Seit Jahrzehnten versuchen Haitianer, über die Grenze in die Dominikanische Republik zu gelangen, um dort Arbeit etwa auf Zuckerrohrplantagen zu finden. Dort werden sie jedoch meist schlecht bezahlt und behandelt.

Quelle: KNA.

 

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