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Anklage gegen 79 Ex-Geheimdienstler

Chiles Justiz arbeitet weiter die Verbrechen gegen Menschlichkeit während der Militärdiktatur unter General Augusto Pinochet (1973-1990) auf. Am Dienstag, den 22. Oktober, erhob der zuständige Richter Miguel Vásquez formal Anklage gegen 79 Ex-Mitglieder der staatlichen Geheimpolizei DINA. Im Fall „CalleConferencia I“ wird unter anderem Ex-DINA-Chef Manuel Contreras neben Mord in einem Fall das „Verschwinden lassen“ von sieben Mitgliedern der Kommunistischen Partei Chiles (PC) zur Last gelegt, so das Nachrichtenportal Tierra Chile.

Im Zeitraum von 1976 bis 1977, rund drei Jahre nach dem Militärputsch der Pinochet-Junta gegen den linksgerichteten Präsidenten Salvador Allende, hätten die beschuldigten DINA-Mitarbeiter in mehreren Geheimdienst-Operationen die gesamte im Untergrund agierende Führung der verbotenen PC eliminiert. Nachweislich sei der tote Körper des damaligen PC-Vorsitzenden Víctor Díaz mit einem Puma-Helikopter über dem Meer abgeworfen worden, zitiert Tierra Chile die Klageschrift.

Die Opfer des Staatsterrors waren in der Hauptstadt Santiago de Chile regelmäßig zu heimlichen Treffen in der Straße „CalleConferencia“ Nr. 1587 zusammen gekommen. Nach einem Hinterhalt durch DINA-Agenten, wobei nach Folter übergelaufene Ex-PC-Genossen als Lockvögel dienten, wurden die Regimegegner verhaftet, gefoltert und ermordet. Unter den Angeklagten befinden sich neben DINA-Mitgliedern auch Armeeangehörige, Carabineros und Zivilisten, darunter zwölf Frauen. (bb)