Haiti |

Amnesty: Zunahme der Gewalt gegen Frauen

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International prangert die Zunahme der sexuellen Gewalt gegen Frauen in Haiti nach dem Erdbeben vom 12. Januar 2010 an. In einem Bericht schildert Amnesty anhand von Gesprächen und Untersuchungen die Situation in den Lagern für die Opfer der Naturkatastrophe. Übergriffe gegen Frauen und Mädchen seien hier an der Tagesordnung. Gut eine Millionen Haitianer müssen in 1.199 provisorischen Lagern leben.

Tätern droht keine Strafe

Schon vor dem Erdbeben wurden die sozialen und ökonomischen Rechte der Bevölkerung verletzt, danach sei es aber sogar noch zu einer deutlichen Verschlechterung gekommen. In vielen Lagern würden die Menschen erneut mit Armut, Ungleichheit und sozialem Ausschluss konfrontiert - mit allem, was ihnen aus ihrem vorigen Leben bekannt gewesen sei. Frauen und Mädchen litten ganz besonders unter der Situation. Obwohl die Zunahme der sexuellen Gewalt niemandem entgehe, werde nicht gehandelt. Die Opfer leiden doppelt, denn sie wissen, dass die Täter mit großer Wahrscheinlichkeit keine Strafe erhalten. Einmal mehr werden die eklatanten Mängel in Haitis Justizsystem und bei den Sicherheitskräften deutlich: Gewalt gegen Frauen hat keine Priorität bei der Ermittlung wegen Straftaten.
Amnesty International ruft Haitis Regierung dazu auf, mittels eines Plans die Sicherheit der Menschen in den Lagern zu gewährleisten, vor allem jene der Frauen und Mädchen. (bs)

Quelle: Adital