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Amnesty kritisiert gewaltsames Vorgehen gegen Bevölkerung

Maracaibo in Venezuela (Symbolfoto: Bello/Adveniat)
Maracaibo in Venezuela (Symbolfoto: Bello/Adveniat)

Die venezolanische Regierung setzt militärische Taktiken ein, um Bürgerproteste zu unterdrücken. Dies ist das Fazit einer Untersuchung der Menschenrechtsorganisation Amnesty International. Die internationale Organisation hat die Sicherheitslage in dem südamerikanischen Land, das seit nun mehr vier Jahren in einer politischen und wirtschaftlichen Krise steckt, zwischen 2002 und 2017 untersucht.

Daten der Institution Insight Crime zufolge ist Venezuela eines der Länder weltweit, in dem am meisten Morde verübt werden. Am meisten betroffen sind davon Männer zwischen 12 und 29 Jahren, die in den Armenvierteln der Großstädte leben. Besonders erschütternd sei, dass ungefähr die Hälfte der Tötungsdelikte durch staatliche Sicherheitsbeamte verübt worden seien, berichtet Amnesty. Dafür legen jedoch keine Beweise vor. AI sprach mit zahlreichen Menschen, die von willkürlichen Exekutionen durch Polizisten berichteten.

Versäumnis der Regierung Maduro

Darüber hinaus bleibt der Großteil dieser Verbrechen komplett unbestraft. 92 Prozent würden laut AI nicht einmal eine Untersuchung nach sich ziehen. AI wirft der Regierung von Präsident Nicolas Maduro daher vor, ihrer Pflicht den Bürger zu schützen, nicht nachzukommen. Die Zahlen würden verdeutlichen, dass sich eine Haltung der Nicht-Verantwortlichkeit in den staatlichen Institutionen etabliert habe, der es dringend gegenzusteuern gelte. Die Menschenrechtsorganisation fordert die Regierung Venezuelas dazu auf, klare Vorgaben zu kommunizieren, wie im Falle von zivilen Opfern bei Polizeieinsätzen zu handeln sei und welche Konsequenzen diese mit sich bringen. Darüber hinaus hält AI Regulierungsmaßnahmen im Bereich der Schutzwaffen für unabdingbar, um die Gewalt einzudämmen. (aj)

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