Kolumbien |

Amnesty International verurteilt „exzessive“ Staatsgewalt

Die internationale Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) sorgt sich um die „Sicherheit indigener Demonstranten in Kolumbien“. In einer am Montag auf der Webseite der Organisation veröffentlichten Erklärung warnt die renommierte Vereinigung vor „eskalierender Gewalt“ durch staatliche Sicherheitskräfte sowie Morddrohungen von „rechtsgerichteten Paramilitärs“ gegen Indigenen-Führer.

Bei den seit dem 12. Oktober in mehreren Landesteilen laufenden Indigenen-Protesten für mehr Land, politische Mitbestimmung und Ende des Bürgerkrieges, zu denen Kolumbiens Indigenen-Dachverband ONIC aufgerufen hatte, seien bisher „dutzende indigene Demonstranten, darunter zahlreiche Kinder“, verletzt worden, verurteilt AI die „exzessive Gewalt gegen die Demonstrationen“.

Morddrohung

Neben dem „schwerwiegenden“ Vorgehen von staatlichen Sicherheitskräften, bei dem unter anderem in der Gemeinde Santander de Quilichao in der Cauca-Region „das Feuer auf einen Demonstrationszug eröffnet wurde“, wobei 15 Indigene und deren Kinder verletzt wurden und es außerdem 60 Verletzte nach dem Einsatz von „Schrappnell“-Tränengaskanistern bei einer Straßenräumung in der Gemeinde Buenaventura gab, kritisiert AI eine jüngste Reform der Militärjustiz. Diese mache es „nahezu unmöglich“ Menschenrechtsverletzungen von Sicherheitskräften vor Gericht zu verfolgen.

Vergangene Woche hätte zudem die für ihre Brutalität bekannte paramilitärische Rastrojos-Gruppierung „soziale Säuberungen“ angekündigt. In einer schriftlichen Morddrohung vom 15. Oktober hätten Protest-Führer in den Regionen Cauca, Caldas, Risaralda, La Guajira, Huila und Antioquia die Aufforderung erhalten, ihre Aktionen binnen 24 Stunden einzustellen, bei Nichtbefolgung würden sie zu militärischen Zielen erklärt. (bb)

Zur Erklärung von Amnesty International kommen Sie hier.