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Amnesty fordert Recht auf Gesundheit für Mütter

Amnesty International die Europäische Union (EU) aufgefordert, endlich anzuerkennen, dass jede werdende Mutter ein Recht auf Gesundheit hat. Der enge Zusammenhang von Müttersterblichkeit und Menschenrechten müsse zentraler Punkt der gemeinsamen Position der EU-Staaten beim Millenniumsgipfel der Vereinten Nationen im September in New York sein, forderte Amnesty am Donnerstag in Berlin.

"Müttersterblichkeit muss im Kontext anderer Menschenrechtsverletzungen wie sexueller Gewalt, Zwangsheiraten, Diskriminierung, Genitalverstümmelung, fehlender Bildung und mangelndem Zugang zu medizinischer Versorgung gesehen werden. Der Kampf gegen Müttersterblichkeit ist auch immer ein Kampf gegen Menschenrechtsverletzungen", sagte Monika Lüke, Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland, anlässlich des Muttertags am 9. Mai.

"Der Staat muss alles tun, damit keine Frau stirbt, nur weil sie schwanger ist", betonte Lüke. "Egal ob in Deutschland, den USA oder Burkina Faso: Jede Frau hat Anspruch auf eine angemessene medizinische Versorgung vor, während und nach der Entbindung." Frauen müssten auch das Recht haben, frei über ihre sexuellen Beziehungen entscheiden zu können und dürften nicht Opfer sexueller Gewalt werden.

Jährlich sterben Amnesty zufolge mehr als 500.000 Frauen während der Schwangerschaft, der Entbindung oder im Kindbett. Meist seien es Frauen, die in Armut leben, zu Minderheiten gehören und ausgegrenzt sind. Die Vereinten Nationen haben sich verpflichtet, diese Zahl bis 2015 um zwei Drittel im Vergleich zu 1990 zu senken. Laut Weltbevölkerungsbericht 2008 ging die Rate bis 2005 allerdings nur um weniger als ein Prozent zurück.

Quelle: epo/amnesty international