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AMLOs Masterplan gegen das Verschwindenlassen

Überall in Ciudad Juárez zu finden - Plakate der vielen verschwundenen Menschen. (Foto: Adveniat/Jürgen Escher)

Mit einem Masterplan will Mexikos Linksregierung die Zehntausenden von gewaltsam Verschwundenen im Land wiederfinden, Hunderte von Massengräbern suchen und die über 26.000 namenlosen Toten in staatlichen Forensik-Instituten identifizieren. Am Montag, den 4. Februar 2019, stellten Präsident Andrés Manuel López Obrador und Staatssekretär Alejandro Encinas einen entsprechenden 11-Punkte-Maßnahmenplan vor.

In Mexiko gelten über 40.000 Menschen als gewaltsam verschwunden, acht bis zehn Prozent der Opfer seien Migranten aus Mittelamerika auf ihrem Weg in die USA, berichtet die Tageszeitung „Vanguardia“ von der Pressekonferenz in der Hauptstadt Mexiko-Stadt. Die Zahlen seien ein trauriger Beleg der humanitären Krise, in der sich das mittelamerikanische Land befinde, Mexiko habe sich laut Encinas in ein „großes Massengrab verwandelt“.

Zur Bündelung der Anstrengungen wird ein landesweites Suchsystem (SNB) eingerichtet, ab März soll die Institution ihre Arbeit aufnehmen. Zur Identifizierung getöteter Opfer soll ein nationales Forensik-Institut gegründet werden, zum ersten Mal in der Geschichte Mexikos. Die Behörden wollen eine Datenbank erstellen. Sie kooperieren dabei mit dem Roten Kreuz, UN-Behörden und Forensik-Experten aus Argentinien. Auch wird die nationale Gesetzgebung, etwa das Strafrecht, angepasst, vor allem zur Bestrafung von Beamten, Polizisten und Militärs. (bb)

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