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Amazonasbewohner erzielen Etappensieg gegen Mega-Staudamm

Gegner des Großstaudamms Belo Monte in Brasilien haben einen Etappensieg verzeichnet: Ein für Umweltfragen am Amazonas zuständiger Richter am brasilianischen Bundesgerichtshof verfügte am Mittwoch (Ortszeit) einen vorläufigen Baustopp für alle Arbeiten im Flussbett des Rio Xingu, wie die österreichische Nachrichtenagentur Kathpress unter Berufung auf die brasilianische Agentur "Agencia Brasil" berichtet.

Der Richter Carlos Eduardo Castro Martins habe damit einer Klage von 1.000 indigenen Familien stattgegeben, die vom Fang von Zierfischen für den Export nach Asien leben. Zu den Gegnern des Staudammprojekts gehört auch der aus österreich stammende Bischof Erwin Kräutler.

Die Kläger machten laut der Meldung geltend, dass der Zierfischfang durch den Staudammbau bis 2020 unterbrochen würde. Der Richter habe diese Zeitspanne als inakzeptabel angesehen, weil dadurch ein existenzgefährdender Einkommensausfall eintreten würde. Laut dem Urteil darf das Baukonsortium "Norte Energia S.A." (NESA) keine Maßnahmen vornehmen, die den natürlichen Verlauf des Xingu-Flusses und den Fischfang der Ureinwohner beeinträchtigten. Weiter gebaut werden dürfen allerdings Zufahrtsstraßen zur Großbaustelle, die Arbeiterunterkünfte und Infrastruktureinrichtungen, so der Richter. NESA kann gegen die Verfügung Einspruch erheben.

Das über acht Milliarden Euro teure Projekt wird von der brasilianischen Regierung als zentral für die nationale Energiesicherheit angesehen. Einer der engagiertesten Kämpfer gegen das Vorhaben ist der aus Vorarlberg stammende Bischof von Altamira-Xingu, Erwin Kräutler. Am Bau des weltweit drittgrößten Wasserkraftwerkes sind auch europäische Firmen beteiligt, etwa die "Andritz AG". Der österreichische Anlagenbauer sicherte sich laut Kathpress im Februar 2011 einen Auftragsanteil in dreistelliger Millionenhöhe.

Quelle: kna