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Amazonas-Synode ruft brasilianischen Geheimdienst auf den Plan

Wer die Regenwälder am Amazonas und den Planeten retten wolle, müsse endlich handeln, so Adveniat. (Foto: Adveniat/Thomas Milz)

Die für Oktober geplante Amazonas-Synode im Vatikan stößt auf Interesse von unerwarteter Seite. Die neue brasilianische Regierung unter dem Rechtspopulisten Jair Messias Bolsonaro habe sogar ihren Geheimdienst aktiviert - "aus Sorge, ihre wirtschaftlichen Interessen im Amazonasgebiet könnten betroffen sein", sagte Thomas Wieland vom Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat am Donnerstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Washington.

In der US-Hauptstadt endet am gleichen Tag ein hochkarätig besetztes Vorbereitungstreffen für die Synode. Das Abschluss-Statement hält der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. Schon jetzt zeichne sich ab, dass die Bischofsversammlung im Herbst ein "Weltereignis" werde, so Wieland. Rund 20.000 Menschen hätten in mehr als 50 Treffen im Amazonasgebiet die Synode vorbereitet. Ihre Eingaben würden im Vorbereitungsdokument zusammengefasst.

Es gebe keinen Planeten B

Eine Botschaft laute: "Die Natur, Gottes Schöpfung, ist keine Ware, die man möglichst schnell in Geld verwandelt." Ein grundsätzlicher Wandel in Politik und Gesellschaft sei unumgänglich, betonte Wieland. Es gebe keinen "Planeten B", sondern nur die eine Erde. "Die indigenen Völker wissen am besten, wie man sie schützt." Die von Papst Franziskus einberufene Sondersynode soll über neue Formen von Seelsorge in Gebieten mit wenigen Priestern beraten, die Rechte von Indigenen stärken und die ökologische Situation der arten- und rohstoffreichen Urwaldregion in Lateinamerika in den Blick nehmen.

Kirche müsse noch näher an die Seite der Indigenen am Amazonas rücken, betonte Wieland. "Denn die Verfolgung und Ermordung indigener Führungspersönlichkeiten nimmt im Kontext von Großprojekten immer weiter zu. Und dafür tragen auch wir in Deutschland Verantwortung. Denn die Rechte der indigenen Völker werden regelmäßig mit Füßen getreten, wenn am Amazonas für unsere Autos Erdöl gefördert, für unsere Kraftwerke Kohle abgebaut, oder für unseren Fleischhunger Rinder gemästet werden." Das arten- und rohstoffreiche Amazonasbecken erstreckt sich über rund 7,5 Millionen Quadratkilometer und teilt sich auf Brasilien, Bolivien, Kolumbien, Ecuador, Guyana, Peru,Surinam, Venezuela sowie Französisch-Guayana als Übersee-Department Frankreichs auf. In diesen neun Ländern lebt eine indigene Bevölkerung von rund drei Millionen Menschen, zusammengesetzt aus etwa 390 verschiedenen Völkern und Nationalitäten. (KNA)

Das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat ruft Politik und Kirche zum Handeln auf: „Nur eine vorrangige Option für die Schöpfung kann unseren Planeten noch retten.“ Davon ist Hauptgeschäftsführer Pater Michael Heinz überzeugt.