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Amazonas-Synode: Moment für Kirche, Farbe zu bekennen

Birgit Weiler fordert auf der Amazoans-Synode in einem KNA-Interview mehr Rechte für Frauen in der Kirche. Die Ordensfrau wurde als Expertin nach Rom geladen. Sie lehrt an der Jesuitenuniversität in Lima.

Birgit Weiler mit einem indigenen Studenten in Lima. Foto: Adveniat/Jürgen Escher

 Die Amazonas-Synode darf die in sie gesetzten Hoffnungen laut der in Peru tätigen Ordensfrau Birgit Weiler nicht enttäuschen. Es gebe einen eindringlichen Appell der indigenen Völker: "Kirche, steh an unserer Seite, um unser Land, unseren Lebensraum und unsere Rechte zu verteidigen", so die Theologin und Ordensfrau der Missionsärztlichen Schwestern im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur in Rom. An der Vorbereitung hätten sich allein in Amazonien 80.000 Menschen beteiligt.

Wenn Christen aus ihrem Glauben heraus etwas für die Schöpfung tun wollten, dann sei "jetzt der Moment, als Kirche Farbe zu bekennen", sagte Weiler, die an der Jesuitenuniversität in Lima lehrt. So müsse sie etwa "benennen, welche Wirtschaftsweise und welcher Konsumstil in Europa, Nordamerika das Amazonas-Gebiet ruinieren".

Mehr Aufgaben für Frauen

Dieser Einsatz verlange eine synodale Kirche mit veränderten Strukturen. Zu diesen gehörten mehr profilierte Aufgaben für Frauen in der Kirche und ein stärker teamorientierter Arbeits- und Leitungsstil. Das Thema eines Diakonatsamtes für Frauen etwa dürfe nicht mehr vom Tisch; dies hätten auch mehrere Bischöfe bei der Synode gefordert.

Zwar gibt es nach Beobachtung der als Expertin geladenen Weiler diesbezüglich noch große Unterschiede zwischen kurialen und ortskirchlichen Synodalen. Alle akzeptierten aber, dass offen darüber diskutiert werde. Überhaupt sei der Austausch bei der dreiwöchigen Versammlung im Vatikan sehr offenherzig.

Die bereits bei der Jugendsynode 2018 aufgeworfene Forderung nach einem Stimmrecht für weibliche Synodenteilnehmer sei auch dieses Mal wieder aufgekommen. Weiler sieht Indizien dafür, "dass das Thema nicht weiter aufgeschoben werden kann". "Wie will man begründen, dass Oberen von Brüdergemeinschaften ein Stimmrecht gegeben wird, nicht aber Frauen, die dasselbe Amt in ihren Gemeinschaften innehaben?", fragte Weiler. Es gebe "keinen Grund, die Synodenordnung nicht entsprechend zu ändern".

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