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Amazonas-Indigene gegen "€žGreen Economy"€?

Wenige Wochen vor der Konferenz der Vereinten Nationen über nachhaltige Entwicklung (UNCSD) Mitte Juni im brasilianischen Rio de Janeiro formulieren indigene Organisationen Kritik am bestehenden Wirtschaftsmodell. »Uns besorgt diese neue Form von Entwicklung, bekannt als grüne Wirtschaft«, zitierte am Montag die BBC Rodrigo de la Cruz, Berater für Biodiversität und Naturschutzgebiete für den Dachverband der Amazonas-Indigenen COICA. »Wir verstehen das als ein Bestreben zur Ausbeutung der natürlichen Ressourcen in den indigenen Gebieten«, so der COICA-Vertreter am Rande einer Tagung indigener Verbände aus Peru und Brasilien.

Ein Schwerpunkt des Rio+20-Gipfels ist das Thema »Green Economy«. Vor allem Megaprojekte wie die Staudämme von Belo Horizonte in Brasilien, die ölförderung im Yasuní-Schutzgebiet in Ecuador, der geplante Straßenbau im TIPNIS-Schutzgebiet in Bolivien, die Fernstraße Bolaños-Huejuquilla in Mexiko und das Elektrizitäts-Infrastrukturprogramm „Projekt Mittelamerika“ zwischen Mexiko und Kolumbien gelte es durch Proteste gegen die Regierungen und Klagen vor Gerichten zu verhindern, so Cruz.

COICA mit Sitz in Ecuadors Hauptstadt Quito ist ein Dachverband von Amazonas-Indigenen-Verbänden aus Bolivien (CIDOB), Peru (AIDESEP), Ecuador (CONFENAE), Brasilien (COIAB), Venezuela (Orpia), Surinam (OIS), Französisch-Guyana (FOAG) und Guayana (APA). Finanzielle und institutionelle Unterstützung zur Stärkung der länderübergreifenden Zusammenarbeit erhält COICA unter anderem von der US-amerikanischen Entwicklungsbehörde USAID und der deutschen »Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit« (GIZ). (bb)