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Amazonas-Indígenas nehmen 24 Geiseln

Peru, Indigene, Öl

Eine Ölpipeline im Regenwald Perus (Symbolfoto: Adveniat/Jürgen Escher)

Aus Protest gegen die Umweltschäden durch die Erdölförderung in ihren Gebieten haben Amazonas-Indígenas in Perus nördlichem Departamento Loreto 24 Staatsbedienstete als Geiseln genommen. Außerdem seien zwei Staatsanwälte und fünf Polizisten in der Gewalt der Mitglieder der Gemeinde Chapis, berichtet die Tageszeitung „El Comercio“. 

Nachdem ein von den Indigenen gefordertes Treffen mit Perus Premierminister César Villanueva von offizieller Seite kurzfristig abgesagt worden war, setzten die Einheimischen die Mitglieder der staatlichen Verhandlungsdelegation am Dienstag, dem 15. Januar 2019, fest, nahmen ihnen zeitweise ihre Mobiltelefone ab und forderten die Anreise von Villanueva. Am Folgetag kam es schließlich zu Gesprächen, wobei weitere Treffen zwischen den Indigenen und der Regierung vereinbart wurden, so „El Comercio“ am Donnerstag, den 17. Januar 2019.

Die Geiseln würden sich noch in den Händen der Indigenen befinden, berichtet das Blatt aus der Region. Der vereinbarte Termin sei wegen schwieriger Wetterverhältnisse nicht zustande gekommen, entschuldigte sich der Premierminister später. Der Konflikt im Amazonas dreht sich um Öllecks in einer Pipeline, die Anwohner klagen seit Jahren über die Zerstörung ihrer Heimat und Flüsse. Aus Protest hatten die Chapis-Bewohner im Dezember 2018 die Pipelinestation Nr. 5 in Manseriche besetzt. (bb)

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