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Amazonas-Hochwasser macht 74.000 Menschen obdachlos

Im brasilianischen Bundesstaat Amazonas sind durch Überflutungen in den vergangenen Tagen bislang mindestens 74.000 Menschen obdachlos geworden. Mehr als 30 Kommunalbezirke hätten den Notstand ausgerufen, berichtet die brasilianische Presse am 7. Mai. Zwar seien die Pegel der meisten Flüsse in den vergangenen Stunden gesunken; Meteorologen hätten jedoch für die kommenden Tage neue ausgiebige Regenfälle vorausgesagt.

Die mitten im Amazonas gelegene Stadt Parintins sei vollkommen überflutet. Der Fluss sei um neun Meter gestiegen. Allein dort hätten 1.500 Menschen ihre Wohnung verloren. Weitere Städte und Dörfer entlang des Amazonas und seiner Tausenden Zuflüsse stünden ebenfalls unter Wasser. In den zurückliegenden Monaten hatte es in den östlichen Andengebieten und dem angrenzenden Tiefland ungewöhnlich viel geregnet. Hier entspringen die meisten Flüsse, die später in den Amazonas münden.

Wissenschaftler äußerten sich beunruhigt über die Häufung extremer Wettersituationen in den vergangenen Jahren. Erst 2009 war es zu einem „Jahrhunderthochwasser“ in der Region gekommen. Dieses Jahr liegen die Pegelstände nur wenig unter den damaligen Höchstmarken. Demgegenüber gibt es immer häufiger lange Trockenzeiten. 2005 gab es eine ungewöhnlich lange Dürre, die etliche Flüsse austrocknen ließ.

Quelle: KNA