Costa Rica |

Alvarado als neuer Präsident vereidigt

Tamarindo an der Pazifikküste Costa Ricas (Symbolfoto: FL Programs/Flickr)
Tamarindo an der Pazifikküste Costa Ricas (Symbolfoto: FL Programs/Flickr)

Am Dienstag, 08. Mai 2018 wurde Carlos Alvarado zum neuen Präsidenten Costa Ricas vereidigt. Der Journalist und Politologe nahm die Präsidentenschärpe in einer feierlichen Zeremonie von seinem Vorgänger und Parteikollegen Luis Guillermo Solís entgegen. Bei seiner Antrittsrede versprach der 38-Jährige hart zu arbeiten, um vor allem die wirtschaftlichen Probleme des mittelamerikanischen Landes in den Griff zu bekommen.

So will er das Haushaltsdefizit von derzeit sechs Prozent um die Hälfte auf drei Prozent reduzieren. „Dies wird die fünfte Regierung sein, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen muss. Mit einem gravierenden Unterschied zu den vorherigen vier: Die Zeit wird knapp“, sagte er bei seiner Vereidigung. Außerdem solle es in den kommenden fünf Jahren höhere Investitionen in die Infrastruktur geben.

Eine starke Frau an Alvarados Seite

An seiner Seite steht als Vizepräsidentin Epsy Campbell. Sie ist die erste Frau afrikanischer Abstammung, die dieses Amt jemals in Lateinamerika übernommen hat. Campbell ist in der Politik keine Unbekannte. Sie ist eine der Gründerinnen der heutigen Regierungspartei PAC und setzt sich bereits seit ihrer Studentenzeit für die Rechte von Frauen, Afro- Costa-Ricanern und der ländlichen Bevölkerung ein. Campbell gilt als eine der einflussreichsten Politikerinnen des Landes und genießt in der Bevölkerung ein hohes Ansehen. Eines ihrer größten Anliegen sei die Reduzierung der Armut, die immer noch 20 Prozent der Bevölkerung betrifft.

Carlos Alvarado entschied die Präsidentschaftswahlen Anfang April in der zweiten Runde für sich. Er konnte 61 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Sein größter Rivale Fabricio Alvarado, eine bekannter Vertreter der evangelikalen Kirche, machte während des Wahlkampfes vor allem mit seiner Position zur Verhinderung der gleichgeschlechtlichen Ehe Stimmung. Zum Schluss schien sich die Wahl des Staatsoberhauptes nur noch an dieser Frage zu entscheiden, die eine tief gespaltenen Gesellschaft offenbarte. Vor diesem Hintergrund rief der neue Präsident Costa Ricas noch einmal zur Einheit auf. (aj)