Bolivien |

Alkoholsteuer subventioniert Milch

Über Abgaben auf alkoholische Getränke will Boliviens Regierung den zu geringen Milchkonsum im Land ankurbeln und den Milchpreis stützen. Am Donnerstag verabschiedete das Parlament Gesetz Nr. 707, das die Einrichtung eines Milch-Fonds erlaubt. Aus den Geldern des »Fonds für die Unterstützung der Milchproduktion« (PROLECHE) sollen neben der Subvention für Milch-Produzenten auch Kampagnen finanziert werden, um in der Bevölkerung das Interesse für den gesundheitsfördernden Milchkonsum zu fördern.

Die Milchwirtschaft in Bolivien hat wegen des geringen Milchverbrauchs und der damit gesunkenen Preise seine Produktion drastisch gesenkt. Dem durchschnittlichen Pro-Kopf-Jahresverbrauch von 30 Liter Milch stehen 36 Liter Bier gegenüber, so offizielle Statistiken. Laut Informationen des Ministeriums für Wirtschaftsförderung sind darum nur 60 Prozent der möglichen Milch-Gesamtproduktion ausgeschöpft. »Die Hälfte der Unternehmen haben ihre Anlagen gestoppt«, so die Ministerin für Wirtschaftsförderung Teresa Morales.

Der PROLECHE-Milchfonds soll aus der Besteuerung von Alkohol-Importen (0,10 Bolivianos/Liter) und dessen Verkauf (0,40 – 1,30 Bolivianos) insgesamt rund 22 Millionen US-Dollar erhalten. Diese Gelder werden über an kleine und mittelständische Milchproduzenten weitergegeben, die bei stabilen Verbraucherpreisen auf einen Literpreis von 0,40 Bolivianos kommen. Gesetz Nr. 707 wird nun abschließend im Senat behandelt. (bb)