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ALBA-Staaten fordern Ende der Armut durch Alternativen

Auf einem Treffen in Boliviens Hauptstadt La Paz haben sich Vertreter des lateinamerikanischen Staatenbündnisses »Bolivarianische Allianz für die Völker unseres Amerikas und Handelsabkommen der Völker« (ALBA-TCP) auf die Konferenz der Vereinten Nationen über nachhaltige Entwicklung (UNCSD) in Rio de Janeiro vorbereitet. Die Staatenkonferenz »Rio+20« vom 17. – 23. Juni in Brasilien, bei der über 100 Staatschefs aus aller Welt über die Zukunft globaler Entwicklung beraten werden, sei »20 Jahre nach dem ersten Gipfel eine historische Chance für die Bewertung seiner Auswirkungen«, so Boliviens ALBA-Koordinator und Gastgeber René Orellana.

»Das ALBA-Treffen hat ein wichtiges Thema der weltweiten Agenda besprochen«, nannte Orellana Armutsbekämpfung als wichtigste ALBA-Position. Das System der Entwicklungsfinanzierung, die Reform des globalen Finanzsystems und die damit verbundenen Hoffnungen auf die »Beseitigung der Armut« seien zentrale Forderungen. »ALBA zeigt Alternativen auf wirtschaftlichem, sozialem, kulturellem und politischem Feld auf«, so Orellana. Für viele Länder sei ALBA »Referenzpunkt und die Lösungen die ALBA anbietet sind bereits in der Durchführung«, erklärte der Politiker in lokalen Medien.

Kubas Stellvertretender Außenminister Pedro Pedroso hob die Bedeutung von Lateinamerika und die Karibik als Gipfel-Gastgeberkontinent hervor. Die Welt durchlebe eine »globale kapitalistische Krise« in Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt, der es »Entwicklungsalternativen auf der Grundlage von Solidarität und Inklusion zur Verringerung bestehender Unterschiede in unseren Gesellschaften« entgegen zu stellen bedürfe, so Pedroso. Eine ALBA-Forderung in Rio sei die Garantie »souveräner Rechte der Völker für den Bau einer eigenen Zukunft« ohne Fremdbestimmung.

Ecuador und Bolivien würden das internationale Forum nutzen, um das andine Modell vom »Buen Vivir als neues Paradigma für Entwicklung, Rechte der Natur und Mutter Erde« vorzustellen, so Ecuadors Staatsminister für Planungspolitik Tarcicio Granizo. Die Direktorin für Internationale Organisationen in Venezuelas Außenministerium Claudia Salermo regte eine Namensänderung des Rio-Gipfels an. Der Satz »Die Zukunft, die wir wollen« müsse angesichts zunehmender Krisen geändert werden in »Die Zukunft, die wir brauchen«, so der Vorschlag. (bb)