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Akute Bedrohung unkontaktierter Völker

Vor der Interamerikanischen Menschenrechtskommission (CIDH) forderten Vertreter des Internationalen Indigenen Komitees für den Schutz unkontaktierter Völker im Amazonasgebiet (CIPIACI) sowie Vertreter der Region Gran Chaco in Paraguay Maßnahmen zum Schutz für unkontaktierte indigene Völker. Anlass ist die steigende Bedrohung dieser Völker durch Erdölunternehmen, Holzfirmen, Staudammprojekte und die unkontrollierte Landnahme.

Systematische Menschenrechtsverletzungen

Bei einer öffentlichen Anhörung am vergangenen 25. März forderte der Koordinator von CIPIACI, Jaime Corisepa Garantien für die Einhaltung der Rechte von Völkern in selbst gewählter Isolation. Eine Sensibilisierung von Regierungen der Mitgliedsstaaten der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) und das sofortige Ergreifen von Maßnahmen zum Schutz dieser Völker seien notwendig.

Nach Angaben des Anwalts von CIPIACI, Mikel Berraondo, würden vor allem das Menschenrecht auf Leben, Gesundheit, Land und Zugang zum Rechtssystem verletzt. In Brasilien, Kolumbien, Bolivien, Ecuador, Paraguay und Peru bestehe dringender Handlungsbedarf.

Genozid an unkontaktierten Völkern

"Die Völker in selbst gewählter Isolation erleiden ein langsames Aussterben. In allen Staaten der Amazonasregion und im Gran Chaco von Paraguay wird systematisch Gewalt gegen diese Völker angewendet, sie werden ermordet und von ihren Territorien vertrieben. Das ist ein Genozid", unterstrich Berraondo.

Einzig Ecuador verfügt über ein Gesetz, dass den gewaltsam erzwungenen Kontakt mit diesen Völkern unter Strafe stellt. Peru hat zwar fünf Reservate für unkontaktierte Völker anerkannt, jedoch keine Maßnahmen zum Schutz dieser Gebiete ergriffen. Laut der Menschenrechtsorganisation Survival International leben in den Wäldern des peruanischen Amazonas mindestens 15 unkontaktierte Völker. (bh)

Quelle: Adital