Kolumbien |

Aktivistinnen verstärkt im Visier von Mördern

Symbolbild: Wandbild in Medellín, Escher/Adveniat

In einem jüngsten Bericht fordert die britische Menschenrechtsorganisation Oxfam von Kolumbiens Regierung einen „effektiven Schutz“ von Umwelt- und Sozialaktivisten. In den ersten sechs Monaten von 2019 sei in dem südamerikanischen Land alle zwei Wochen ein Aktivist für soziale und ökologische Rechte ermordet worden, heißt es in der Studie - somit hat sich die Zahl der Ermordeten im Vergleich zum Vorjahreszeitrum fast verdoppelt. 

„Besonders Frauen, die ihr Land, ihre Kultur und die Umwelt schützen, sind in Kolumbien bedroht, werden belästigt, bis hin zur Ermordung“, heißt es in dem Bericht, der den Schwerpunkt auf die Rolle von Frauen im kolumbianischen Friedensprozess legt. Frauen seien demnach „die wahren Friedensstifterinnen im Land (...), aber sie können kaum mit dem Schutz des Staates rechnen“. Ihr Leben sei in ernster Gefahr, wenn die Regierung von Präsident Iván Duque keine Sofortmaßnahmen ergreifen sollte, so Oxfam. Seit dem Friedensabkommen, das die Farc-Guerilla mit der kolumbianischen Regierung 2016 geschlossen hat, sind laut einem Bericht 55 Frauen ermordet worden, die ihr Land oder die Umwelt schützen wollten.

In einem von Oxfam zitierten Bericht der Nichtregierungsorganisation "Global Witness" heißt es, dass Kolumbien nach den Philippinen das zweitgefährlichste Land für Umweltaktivisten weltweit sei. Die Mörder führten ihre Taten gezielt aus, über die Hälfte der Opfer würden in ihren Wohnungen angegriffen oder ermordet. (bb)

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