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Aids/HIV: Groüe Defizite bei medizinischer Versorgung

Der Zugang zu einer Aidsbehandlung ist in Lateinamerika immer noch unzureichend. Nach Informationen der brasilianischen Nichtregierungsorganisation Gestos hätten vor zwei Jahren nur etwa 30 Prozent der Erkrankten die notwendige Behandlung erhalten können. Diese Situation habe sich in den vergangenen zwei Jahren zwar verbessert, sei aber immer noch kritisch, erklärt Sergio Costa, der als Projektassistent bei der Organisation arbeitet: „Die Behandlung ist eine Grundvoraussetzung. Gegenwärtig haben fünf Millionen Menschen Zugang zu einer adäquaten Behandlung, aber es gibt immer noch 15 Millionen Erkrankte, die diesen Zugang nicht haben“, so Costa.

Die Situation ist in Lateinamerika laut Angaben des Programms der Vereinten Nationen gegen Aids, UNAIDS, in den letzten Jahren relativ unverändert geblieben. 2007 hatte es etwa 140.000 Neuinfektionenen gegeben und die Zahl der mit HIV Infizierten lag bei 1,7 Millionen Menschen, hinzu kommen noch einmal etwa 230.000 Infizierte in der Karibik. Schätzungen zu Folge in Lateinamerika im vergangenen Jahr 63.000 Menschen an der Erkrankung.

Nach Ansicht des Experten ist die Einhaltung der Menschenrechte eine Grundvoraussetzung für eine Verbesserung der Situation: „Die Hauptprobleme der Aidsbekämpfung stehen in Bezug mit den Menschenrechten der Erkrankten und Infizierten. Man verweigert den am meisten Gefährdeten die sexuellen Rechte. Viele sind infiziert, wissen es nicht und stecken weitere Personen an. Eine Behandlung ist ebenfalls wichtig und notwendig. Diejenigen, die entsprechende Medikamente bekommen, haben kein so hohes Risiko mehr, andere anzustecken", erklärt der Mitarbeiter von Gestos.

2010 hätte das Jahr werden sollen, indem allen Menschen das Recht auf den Zugang zu einer adäquaten Behandlung gewährt werden sollte. Dieses Ziel sei jedoch nicht erreicht worden, da die Mehrzahl der Staaten ihre Versprechen nicht eingehalten hätten, erklärt Costa. Während der XVIII. Weltaidskonferenz in Wien, die vom 18. bis 23. Juli stattgefunden hatte, hatte die NRO Gestos im Rahmen einer Kampagne „2010: kein Vergessen“ mit Diskussionsveranstaltungen auf diese Problematik hingewiesen.

Bei einer Protestaktion hatten sich außerdem etwa 2.000 Aktivisten im Eingangsbereich des Wiener Konferenzzentrums auf den Boden gelegt, um gegen den unnötigen Tod von Aidskranken wegen mangelnder Gesundheitsversorgung protestieren. Die Aktion richtete sich auch gegen die Absichten der UNO, für die Behandlung von AIDS künftig weniger Geld zur Verfügung zu stellen. (bh)

Quelle: Adital, UNAID