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Ärztevereinigung blockiert Einsatz kubanischer Ärzte

In Brasilien blockieren Ärzteverbände weiter die Zulassung ausländischer Mediziner. Erst sechs Prozent der überwiegend kubanischen Ärzte, die in unterversorgten ländlichen Regionen eigentlich schon vergangene Woche ihren Dienst hätten aufnehmen sollen, hätten ihre Arbeitspapiere erhalten, berichteten brasilianische Zeitungen am Montag, 23. September. Die Regierung hoffe, die fehlenden Zulassungen in den nächsten Tagen zu erhalten.

Die Ärztevereinigungen bemängeln das Fehlen wichtiger Dokumente zur Anmeldung der Teilnehmer an dem Regierungsprogramm "Mais Medicos" (Mehr Ärzte). Zudem seien sie generell gegen die Anstellung ausländischer Ärzte sowie brasilianischer Ärzte, die im Ausland ihren Abschluss abgelegt haben. Eine Anstellung im öffentlichen Gesundheitssystem sei ohne eine Anerkennung der ausländischen Diplome rechtswidrig.

Die Regierung in Brasilia hatte die ausländischen Ärzte, darunter 400 Kubaner, zu dem Programm zugelassen, weil sich nicht genügend brasilianische Freiwillige für den Dienst in entlegenen und unterversorgten Regionen gemeldet hatten. In einer ersten Auswahlrunde wurden so 633 Ausländer zugelassen. Lediglich 39 von ihnen haben den Angaben zufolge bereits ihre Zulassung.

Derzeit seien noch rund 13.000 Stellen unbesetzt, heißt es weiter. Für die kommenden Wochen würden weitere 3.600 kubanische Ärzte erwartet. Staatspräsidentin Dilma Rousseff hatte das Programm ins Leben gerufen, weil bei den Sozialprotesten im Juni auch das mangelhafte Gesundheitssystem in der Kritik der Demonstranten stand.

Quelle: KNA