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Ärztestreik legt Gesundheitssystem lahm

In Panama haben zwei Wochen Protest gegen ein umstrittenes Gesetzesvorhaben der Regierung von Präsident Ricardo Martinelli die Gesundheitsversorgung im mittelamerikanischen Kanalstaat teilweise komplett lahm gelegt. Wie die Nachrichtenagentur TeleSur berichtet, waren in der Hauptstadt Panama Stadt zuletzt wieder tausende Mediziner auf die Straße gegangen, um gegen ein am Mittwoch, 9. Oktober, verabschiedetes Gesetz zur Anstellung ausländischer Ärzte zu demonstrieren.

Die Ärzte, Krankenschwestern und anderes medizinisches Personal befürchten, dass über das umstrittene Gesetz Nr. 69 eine schleichende Privatisierung des Gesundheitssystems durchgesetzt werde, so TeleSur. Bei der Verabschiedung am Mittwoch wehrte sich Gesundheitsminister Javier Díaz gegen die Vorwürfe der Ärzteschaft. „Es gibt hier keine Privatisierung der Gesundheitsdienstleistungen; was es gibt, ist ein drastischer Mangel an Spezialisten in den abgelegenen Regionen des Landes“, so der Minister.

Präsident Martinelli erklärte derweil, er werde das Gesetz auf keinen Fall zurücknehmen. „Ich werde daran arbeiten, das der Streik beendet wird, ich werde sehen, welche Nachbesserungen gemacht werden müssen. Aber meine Aufgabe ist es, für all die zu arbeiten, die keinen Zugang zu Gesundheit haben“, so der seit 2009 regierende Vorsitzende von der Mitte-Rechtspartei Cambio Democrático am Donnerstag, 10. Oktober, in einem Interview mit dem heimischen TV-Sender Telemetro. Zusätzlich kündigte der in den USA studierte Manager und Besitzer einer der größten Supermarktketten der 3,5-Millionen-Einwohnernation eine Erhöhung der Gesundheitsausgaben im kommenden Haushaltsjahr an. (bb)