Brasilien |

Ärztestreik lässt Indigene ohne Betreuung

Tausende Amazonasindigene sind seit fast zwei Wochen ohne ärztliche Betreuung nachdem 19 Gesundheitsposten in einen Streik getreten sind. Das medizinische Personal habe seit zwei Monaten kein Gehalt mehr vom brasilianischen Gesundheitsministerium erhalten, so die Streikführer. Das brasilianische Militär und lokale Krankenhäuser haben derweil die Notversorgung der Indios übernommen.

Gut 24.500 Indigene in der nördlichen Amazonasregion um die Stadt Sao Gabriel da Cachoeira sollen laut Zeitungsberichten von dem Streik betroffen sein. Die 340 Ärzte, Krankenschwestern und Betreuer sind offiziell bei einer NGO (Nicht-Regierungs-Organisation) angestellt, die im Auftrag des Gesundheitsministeriums die Betreuung der Indigenen übernommen hat. Angeblich schuldet das Ministerium der NGO gut 2 Millionen Euros.

Derzeit wird innerhalb des Gesundheitsministeriums eine neue, nur für die gesundheitliche Betreuung der Indigene zuständige Behörde aufgebaut, die SESAI. Diese soll die bisher zuständige Behörde FUNASA ersetzen. Laut Gesundheitsministerium habe die Umstellung des Dienstleistungsvertrages von der alten auf die neue Behörde die Zahlungen an die NGO verzögert. Indiovertreter warfen dem Ministerium mangelnde Sensibilität beim Umgang mit den Indigenen vor. (milz)