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Adveniat trauert um Weihbischof Paul Consbruch

Weihbischof Consbruch (Mitte) bei einer Kommissionssitzung 1992. Foto: Achim Pohl
Weihbischof Consbruch (Mitte) bei einer Kommissionssitzung 1992. Foto: Achim Pohl

Am 1. Februar 2012 ist Paul Consbruch, emeritierter Weihbischof in Paderborn, gestorben. 17 Jahre lang, von 1982 bis zu seiner Entpflichtung als Weihbischof im März 1999, war Bischof Consbruch Mitglied der Unterkommission für Lateinamerika (insbesondere Adveniat) der Deutschen Bischofskonferenz. Kaum ein anderer Bischof hat so lange bei der Leitung des Lateinamerika-Hilfswerks der deutschen Katholiken mitgewirkt wie Bischof Consbruch.

Als Kardinal Franz Hengsbach, der Vorsitzende der Adveniat-Kommission, 1991 erkrankte, leitete Bischof Consbruch als dienstältestes Mitglied kommissarisch die Sitzungen. Mit seinen überzeugungskräftigen Stellungnahmen in der Kommission und seinen zahlreichen Initiativen zur Projektförderung hat er die Entwicklung Adveniats geprägt. Dabei ging es ihm nie um Einfluss, sondern um Einsatz, wie er zu sagen pflegte. Nach der letzten Kommissionssitzung, an der er teilnahm, drückte er es so aus: „Ich bin hier der Diener. Ich diene Adveniat, weil ich als Christ den Armen zu dienen habe. Das kann ich durch Adveniat tun.“

Unvergessen sind die Gründlichkeit, mit der er die Projektgutachten studierte, und die Entschiedenheit, mit der er vor Beschlüssen nachfragte: „Dient dieses Projekt den Armen?“ Mit dieser Frage rief er die Länderreferenten an, warb für Anliegen, die ihm am Herzen lagen, ließ sich umgekehrt zu den Anträgen beraten, die ihm aus aller Welt zugeschickt wurden, und unterstützte Adveniat bei der Verwirklichung vieler Vorhaben durch Mittel des Erzbistums Paderborn. Als er in den Rundfunknachrichten von einer Flutkatastrophe in Haiti hörte, griff er sogleich zum Telefon und bot Hilfe an.

„Wie kann Adveniat dazu beitragen, dass das Evangelium verkündet wird?“ war die Leitfrage seines Einsatzes für Adveniat, und diese Frage, bezeichnend für ihn, immer ergänzt um die Frage an sich selbst: „Was kann ich in Gebet und Tat dazu beitragen?“ Bischof Consbruch lebte seine Leidenschaft für die Weltkirche, „denn wir sind katholisch, also Weltkirche“. (hu)