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Adveniat: Kirche stützt Verlierer des Wirtschaftswachstums

Die katholische Kirche in Brasilien ist nach Worten des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat Fürsprecherin der Verlierer des Wirtschaftswachstums. Der bevorstehende Weltjugendtag Ende Juli in Rio könne ein Forum werden, die in den derzeitigen Massenprotesten offenbar werdenden Probleme friedlich zu debattieren, sagte der Adveniat-Referent für Brasilien, Klemens Paffhausen, am Dienstag, 18. Juni, dem Onlineportal "katholisch.de". Ein Ort dafür sei etwa das geplante "International Youth Hearing", bei dem Jugendliche auf ihre Anliegen aufmerksam machen wollen.

Auch Papst Franziskus stelle das Thema der Gerechtigkeit in den Mittelpunkt, erinnerte der Adveniat-Referent: "Er kennt die Seite der Armen genau." Franziskus werde in Rio die drängenden sozialen Fragen stellen. Der Weltjugendtag findet vom 23. bis 28. Juli statt. Dazu rechnen die Veranstalter mit bis zu 2,5 Millionen Teilnehmern. Auch Papst Franziskus wird dort zu seiner ersten Auslandsreise erwartet.

In den vergangenen zwei Wochen haben sich in Brasilien landesweit Massenproteste entwickelt. Erste Demonstrationen richteten sich gegen die gestiegenen Kosten für den öffentlichen Personenverkehr in den Großstädten. Inzwischen haben sich daraus Großkundgebungen mit mehreren zehntausend Menschen entwickelt. Sie richten sich auch gegen Korruption, Defizite in den Bereichen Bildung, Gesundheitswesen und Sicherheit und die hohen Kosten der bevorstehenden sportlichen Großereignisse in Brasilien: die Fußball-WM 2014 und die Olympischen Spiele 2016. Die Polizei geht teils gewaltsam gegen die Demonstranten vor.

Paffhausen zeigte sich überrascht über die Heftigkeit und Breite der Proteste. Seit Ende der 90er gebe es in Brasilien "ein außerordentlich langanhaltendes Wirtschaftswachstum, mit allen Licht- und Schattenseiten". Daher sei das Klima für große Investitionen nicht schlecht. Grundsätzlich seien die Brasilianer auch stolz darauf, Ausrichter sportlicher Großereignisse zu sein. Eine Destabilisierung des Landes durch die Protestbewegungen schloss der Adveniat-Vertreter aus.

Quelle: KNA

Link zum Interview mit Adveniat-Referent Klemens Paffhausen:

http://www.adveniat.de/